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In das niedersächsische Atommülllager Asse bei Remlingen ist an mehreren Stellen erneut radioaktiv belastete Lauge eingesickert. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte, sind die Lösungen in 950 und in 925 Meter Tiefe bei einem Kontrollgang festgestellt worden.
[Bildunterschrift: In Asse II lagert möglicherweise deutlich mehr Atommmüll als bislang bekannt. ]
Die Laugen wiesen Belastungen mit radioaktivem Cäsium von 121 Bequerel und mit Tritium von 27.000 Bequerel pro Liter auf. Die Werte lägen aber unterhalb der Freigrenzen der Strahlenschutzverordnung, erklärte das Bundesamt. Eine Gefährdung des Betriebspersonals und der Umgebung des Bergwerks sei ausgeschlossen.
Die Behörde habe Strahlenschutzmaßnahmen veranlasst, sagte ein Sprecher. Durch die Vorkehrungen solle eine Verschleppung der Radionuklide in andere Grubenbereiche verhindert werden.
Die Laugen stammten dem Bericht zufolge wahrscheinlich aus Grubenteilen, die als Tiefenaufschluss bezeichnet werden. Dorthin hatte der frühere Asse-Betreiber, das Helmholtz Zentrum München, zwischen 2005 und 2008 kontaminierte Lauge geleitet. Da das Gebirge, in dem sich die Asse befindet, instabil ist, wurden offenbar Hohlräume im Tiefenaufschluss zusammengedrückt. Dadurch seien die Laugen ausgepresst worden.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) griff den früheren Betreiber des Atommülllager Asse scharf an. Er bezeichnete die Asse als "eines der schlimmsten Beispiele für verantwortungslosen Umgang mit dem Thema Atommüllendlagerung". Mit dem Betreiberwechsel, mit dem die Verantwortung über das ehemalige Bergwerk an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übertragen wurde, sei die Asse endlich dort, wo sie hingehöre und werde nach Atomrecht saniert.
BfS-Präsident Wolfram König bezeichnete den Zustand im Atommülllager Asse als unzumutbar. Täglich dringe Grundwasser in das Lager ein, sagte König im Deutschlandfunk. Vor diesem Hintergrund sei nicht klar, wie lange die Standsicherheit des Bergwerks noch gewährleistet sei. Ziel müsse nun eine geordnete Schließung des Lagers sein, hob König hervor.
Seit Beginn dieses Jahres ist das BfS Betreiber. Im Bergwerk Asse lagern rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktivem Atommüll. Bereits im vergangenen Jahr hatten Funde von radioaktiv kontaminierter Lauge für Unruhe gesorgt.
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