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20.03.2010

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Inland
Minister sehen keine Gefahr durch Asse II
Krisentreffen zu Pannen im Atommülllager

Minister sehen keine Gefahr durch Asse II

Betriebsgelände Atommüll-Lager Asse II. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Von 1967 bis 1978 wurde Atommüll in Asse II eingelagert. ]
Trotz der Probleme im Atommülllager Asse II sehen die Behörden derzeit keine Gefahr für Menschen oder Umwelt. Das betonten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Forschungsministerin Annette Schavan und der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander nach einem Krisentreffen in Berlin. Die Missstände sollen nun aufgeklärt und anschließend entschieden werden, wie das Endlager sicher geschlossen werden kann.

Anlass des Treffens war der Fund überhöhter Strahlenwerte in Salzlauge in dem alten Bergwerk, in dem bis Ende der 70er-Jahre schwach- und mittelradioaktiver Abfall eingelagert worden war. Aus Gabriels Sicht ist der Betreiber, das Helmholtz-Zentrum München, nicht ordnungsgemäß mit der Lauge umgegangen. Der SPD-Politiker vertritt die Auffassung, dass nötige Genehmigungen fehlten.

Task Force soll Vorgänge klären

Sander sagte, das Lager sei eine Altlast, für die Bund und Land gemeinsam zuständig seien. Man werde sich um eine gemeinsame Aufklärung und Lösung des Problems bemühen. "Insofern war das ein sehr konstruktives Gespräch", sagte der FDP-Politiker. Gabriel sagte, es bleibe dabei, dass im Lauf dieses Jahres über das Schließungskonzept beraten werden solle. Das aktuelle Problem mit den radioaktiven Laugen werde nun über den Sommer in einem Statusbericht aufgearbeitet. Dazu habe er zusammen mit Schavan eine Task Force mit Fachleuten eingesetzt. Schavan versicherte, im Verfahren solle Transparenz für die Bevölkerung hergestellt werden.

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Radioaktive Lauge im Lager

Hinweisschild auf Atommüll-Lager Asse (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Atommülllager Asse sei von Anfang an unsicher gewesen, sagt Greenpeace. ]
In den Stollen von Asse II lagern rund 89.000 Tonnen Atommüll. Anfang Juni gab der Betreiber, das Helmholtz-Zentrum, auf Anfrage des Landkreises Wolfenbüttel zu, dass in 750 Metern Tiefe eine mit Cäsium-137 radioaktiv belastete Flüssigkeit nachgewiesen worden sei. Dort liegt ein Großteil der insgesamt mehr als 125.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Zunächst hieß es, es handele sich nur um eine geringfügige Belastung mit Cäsium-137, die Ursache sei unklar.

Unfall vor 35 Jahren als Ursache?

Tage später musste die Betreibergesellschaft aber nicht nur einräumen, dass die Cäsium-Konzentration in der Salzlauge die Grenzwerte zum Teil um das Achtfache überschreitet, sondern auch, dass die Lauge neben Cäsium weitere radioaktive Stoffe enthält. So sei auch Strontium, Radium und Plutonium gemessen worden. Für Mensch und Umwelt habe aber keine Gefahr bestanden, sagte Heinz-Jörg Haury, Sprecher des Helmholtz-Zentrums. Unklar ist, woher die radioaktiven Stoffe in der Lauge kommen. Ursache könnte laut Betreiber ein Unfall im Jahr 1973 während der Einlagerung der Fässer gewesen sein. Möglicherweise wurde ein Fass mit flüssigem Atommüll beim Verladen von einem Gabelstapler beschädigt.

Stand: 24.06.2008 16:48 Uhr
 

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