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29.05.2012

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Inland
Stammtischaschenbecher mit Aufschrift "Politischer Aschermittwoch"
Politischer Aschermittwoch: Seehofer will sich zurückhalten
Schlagabtausch der politischen Parteien

Seehofer holt "Mister Aschermittwoch" zurück

Beim Politischen Aschermittwoch vor einem Jahr spielte einer die Hauptrolle, der gar nicht anwesend war: Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Opposition weidete sich genüsslich am politischen Absturz des Ex-Ministers und Ex-CSU-Hoffnungsträgers.

Und bei der CSU hoffte man auf die politische Wiederauferstehung. "Du bist einer von uns, bleibst einer von uns, und wir wollen, dass du wieder zurückkehrst in die deutsche Politik", rief CSU-Chef Horst Seehofer damals unter dem Beifall der Parteifreunde in Passau dem Abwesenden zu. Und er zog kräftig vom Leder. So bezeichnete er zur Freude der Zuhörer in der Dreiländerhalle die Grünen als "Partei der Steinewerfer" und Linke-Politiker als "Stasi-Kommunisten". Spott gab es auch für die FDP.

Themen gibt es genug - auch 2012

Und in diesem Jahr? Themen gibt es genug: die Euro-Schuldenkrise, eine vorgezogene Landtagswahl im Saarland und natürlich der Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff sowie die anschließende Kandidatenfindung mit Hindernissen.

Infolge dieser politischen Ereignisse ist CSU-Chef Seehofer nun in der ihm ungewohnten Rolle des Interim-Staatsoberhaupts. Als Bundesratspräsident füllt er qua Verfassung zwischenzeitlich die Lücke, die der Wulff-Rücktritt hinterlassen hat.

Seehofer mit Samthandschuhen

Polemik hält Seehofer in dieser Zeit für unangemessen - Aschermittwoch hin oder her. Aus Respekt vor dem Amt verordnete sich der streitlustige CSU-Chef daher Zurückhaltung bei seiner Rede. Er will auf derbe Attacken und Stammtischparolen verzichten. "Wir haben jetzt eine Zwangssituation, die wir als staatstragende Partei akzeptieren", so Seehofer wörtlich.

Stattdessen soll Edmund Stoiber, Ehrenvorsitzender und vor seinem Sturz vor fünf Jahren leidenschaftlicher Aschermittwochs-Redner, die Dreiländerhalle in Passau zum Kochen bringen. Stoiber ist kurzfristig mit dem Ziel eingeladen worden, als "Mister Aschermittwoch" für den Parteichef die derben Angriffe zu übernehmen.

Schild mit der Aufschrift "Edmund wir vermissen Dich!" (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Anhänger der CSU bringen 2008 ihre Sehnsucht nach dem früheren Vorsitzenden Edmund Stoiber zum Ausdruck.]
Edmund Stoiber (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Er wird auch "Mister Aschermittwoch" genannt. Stoibers Reden in Passau sind legendär.]
 

Zur 60. Ausgabe der traditionell bierseligen Veranstaltung, von der CSU gern als "größter Stammtisch der Welt" gefeiert, werden mehrere tausend Parteianhänger erwartet. Auf dem Vorplatz soll eine Video-Leinwand für jene Aschermittwoch-Fans aufgebaut werden, die in der Halle keinen Platz mehr finden.

Gabriel in Vilshofen, Roth in Landshut

Zu Polit-Kundgebungen laden zum Auftakt der Fastenzeit auch die anderen Parteien: Bei der SPD wird in Vilshofen Parteichef Sigmar Gabriel erwartet. Außerdem spricht der designierte Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Herbst 2013, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Die Grünen wollen in Landshut mit ihrer Vorsitzenden Claudia Roth punkten. Bei SPD und Grünen will man vor allem den Streit zwischen Union und FDP bei der Suche nach dem neuen Bundespräsidenten verspotten.

Merkel tritt im Norden auf

Die FDP bietet in Dingolfing ihren Bundesvorsitzenden auf: Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Unterstützt wird er von der Justizministerin und bayerischen FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Bei der Linkspartei wird in Jacking bei Passau Fraktionschef Gregor Gysi reden.

Zum Schluss tritt am Abend schließlich Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel auf, die auf dem politischen Aschermittwoch der CDU Mecklenburg-Vorpommerns in Demmin reden wird. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Aschermittwochsrunde in Vorpommern, die seit 1995 stattfindet.

Stand: 22.02.2012 04:13 Uhr
 

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