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Krach um Reichtums- und Armutsbericht

Rösler erteilt von der Leyen eine Abfuhr

Wirtschaftsminister Rösler und Arbeitsministerin von der Leyen
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Der Koalition droht neuer Ärger - dieses mal zwischen dem Wirtschafts- und dem Arbeitsministerium. (Archivbild)

Schon als der Reichtums- und Armutsbericht am Dienstag an die Öffentlichkeit geraten war, hatte sich Widerstand beim Koalitionspartner FDP geregt - spätestens beim Reizwort Steuererhöhungen, das manche in dem Papier von Ministerin Ursula von der Leyen zwischen den Zeilen entdeckt haben wollen.

Jetzt ist der Krach da: Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium verweigert der Vorlage die Zustimmung. In einer internen Stellungnahme, aus die zuerst das "Handelsblatt" zitierte, heißt es, der Entwurf sei "nicht ressortabgestimmt" und entspreche daher "auch nicht der Meinung der Bundesregierung". Diese Darstellung bestätigte das Ministerium von Philipp Rösler.

Armutsbericht löst Streit in der Koalition aus
A. Baum, DLF
20.09.2012 14:08 Uhr

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Umverteilung auf freiwilliger Basis?

Der Armutsbericht macht eine Reihe von Vorschlägen, um die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich wieder zu schließen - unter anderem ist von "allgemein verbindlichen und angemessenen Lohnuntergrenzen" die Rede - aber eben auch davon, dass "die Bundesregierung prüft, ob und wie über die Progression in der Einkommenssteuer hinaus privater Reichtum für die nachhaltige Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden kann.

Das Wirtschaftsministerium teilte nun mit, Forderungen nach noch mehr Umverteilung seien nicht zustimmungsfähig. Das Arbeitsministerium widerspricht: Es gehe keineswegs um "Zwangsmaßnahmen", sondern um das Thema gesellschaftliche Verantwortung im Rahmen etwa von "freiwilligen Spenden- und Stiftungstätigkeiten".

Koalitionsstreit um Armutsbericht
tagesthemen 22:15 Uhr, 20.09.2012, Uli Meerkamm, ARD Berlin

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"Linksrhetorik pur"

Auch Parteikollegen von der Leyens distanzierten sich von dem Bericht. Finanz-Staatssekretär Steffen Kampeter (CDU) sprach in der "Bild"-Zeitung von "Linksrhetorik pur". Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs sagte, dies sei "das ganze Gegenteil von dem, was wir im Koalitionsvertrag beschlossen haben".

Von der Leyen hatte ihren Bericht zu Wochenbeginn für die regierungsinterne Abstimmung an die anderen Ressorts verschickt. Nach ihrem Terminplan soll das Bundeskabinett den Bericht am 14. November beschließen. Der Armuts- und Reichtumsbericht wird alle vier Jahre veröffentlicht.

Stand: 20.09.2012 13:04 Uhr

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