Armutsbericht der Wohlfahrtsverbände Kluft zwischen den Ländern wird größer

Stand: 19.02.2015 13:59 Uhr

Die Armutsquote ist weiter gestiegen. Laut einer Studie der Wohlfahrtsverbände sind mehr als 12,5 Millionen Menschen hierzulande arm. Zugleich vergrößere sich die Kluft zwischen den Bundesländern. Am stärksten sei Bremen von Armut betroffen.


Von 2012 bis 2013 ist die Armut laut aktuellem Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands um 0,5 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent der Bevölkerung gestiegen. Dies entspreche mehr als 12,5 Millionen Menschen. Die Statistik zeige einen klaren Trend zur Armutsverschärfung: Seit 2006 ist sie bundesweit um mehr als ein Zehntel gestiegen.

Der aktuelle Anstieg der Armutsquoten ist fast flächendeckend, stellt sich in den einzelnen Bundesländern jedoch durchaus unterschiedlich dar. Lediglich in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg geht die Armut leicht zurück, dafür nimmt sie im Saarland und Bremen um 1,7 Prozentpunkte und in Hamburg sogar um 2,1 Prozentpunkte zu. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, sieht Hamburg im Ländervergleich 2013 als klaren Verlierer: Nirgendwo sei in diesem Jahr die Armut stärker gestiegen. Erstmalig weise Hamburg mit 16,9 Prozent eine Armutsquote deutlich über dem Bundesdurchschnitt auf.

Bei der Berechnung der Armutsquoten werden im Bericht, wie in der EU üblich, Personen in Haushalten gezählt, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland beträgt. 2013 lag die so errechnete Armutsgefährdungsschwelle für einen Singlehaushalt bei 892 Euro.

Die Daten der Studie beruhen auf dem sogenannten Mikrozensus, einer jährlichen Befragung von Haushalten in Deutschland, und eigenen Berechnungen des paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

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