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[Bildunterschrift: Hält Vollbeschäftigung für möglich: Arbeitsminister Scholz ]
Die Große Koalition hat die neuesten Zahlen vom Arbeitsmarkt als positives Signal gewertet. Arbeitsminister Olaf Scholz sagte, er werte den Trend als einen weiteren Schritt hin zur Vollbeschäftigung. Gleichzeitig mahnte der SPD-Politiker allerdings weitere Anstrengungen an - sowohl von Politik als auch von Wirtschaft. Die Vollbeschäftigung könne in den nächsten Jahren Schritt für Schritt erreicht werden, sagte Scholz, sodass "niemand, der seinen Job verliert, länger als ein Jahr ohne neuen Arbeitsplatz bleiben muss".
Wirtschaftsminister Michael Glos lobte die Bemühungen der Wirtschaft. Diese setze den Ausbildungspakt "engagiert um". CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla nannte die neuesten Zahlen eine "großartige Botschaft für unser Land". Die kontinuierliche positive Entwicklung am Arbeitsmarkt seit dem Amtsantritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel beweise, dass der eingeschlagene Kurs der unionsgeführten Bundesregierung erfolgreich sei und fortgesetzt werden müsse. SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler sagte, im Vergleich zu früher sei der Arbeitsmarkt zwar auch im Mai gut. Bezogen auf die Hoffnungen für die Zukunft stimme er jedoch eher nachdenklich. Der Anstieg der Beschäftigten sei vor allem auf Zeit- und Leiharbeit zurückzuführen.
[Bildunterschrift: Rainer Brüderle: "Freude über den Rückgang der Arbeitslosigkeit getrübt." ]
Eher skeptisch zeigte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Rainer Brüderle. "Die Freude über den Rückgang der Arbeitslosigkeit wird durch die Politik der Bundesregierung massiv getrübt", sagte er. Als "schallende Ohrfeige" für Minister Scholz bezeichnete Brüderle die Äußerungen von BA-Verwaltungsratsvize Clever. Der sprach sich im Deutschlandfunk dafür aus, in der Arbeitsmarktstatistik auch Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen und Beschäftigte des zweiten Arbeitsmarktes zu erfassen. Dadurch würde sich die Zahl der Erwerbslosen um gut eine halbe Million erhöhen.
Kritik an der offiziellen Zählweise kam auch von der Linksfraktion. Deren arbeitsmarktpolitische Sprecherin Kornelia Möller ging von höheren Zahlen aus: "Selbst nach vorsichtigsten Schätzungen fehlen 1,5 Millionen erwerbslose Menschen in der Statistik der Bundesagentur."
Der DGB warnte vor einer schwächer werdenden Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb komme es jetzt "vor allem auch darauf an, eine Qualifizierungsinitiative insbesondere für Geringqualifizierte zu starten und den Niedriglohnsektor durch die Einführung von Mindestlöhnen einzudämmen", sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.
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