Verkäuferin an einer Supermarktkasse

Plus bei Normalbeschäftigen Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt weiter

Stand: 20.07.2016 15:21 Uhr

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im vergangenen Jahr weiter gestiegen: um rund sechs Prozent. Bei Auszubildenden stehe die Einzelhandelslehre hoch im Kurs.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Teilzeit hat weiter zugenommen. Im Jahr 2015 arbeiteten 3,4 Millionen Menschen in Teilzeit und damit 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Vollzeitjobs legte lediglich um 0,6 Prozent auf 21,4 Millionen zu.

Daher ist das Plus bei den sogenannten Normalarbeitsverhältnissen vor allem auf die Teilzeit zurückzuführen. Darunter fassen die Statistiker Jobs, die unbefristet und voll sozialversicherungspflichtig sind sowie mindestens 20 Wochenstunden umfassen. Diese werden außerdem direkt für den Arbeitgeber - also nicht etwa in Leiharbeit - ausgeführt. Die Zahl der Menschen mit solchen Arbeitsverhältnissen stieg im vergangenen Jahr um rund 371.000 auf 24,8 Millionen.

Besonders Frauen arbeiten in Teilzeit

Männer arbeiten laut Statistischem Bundesamt deutlich seltener in Teilzeit als Frauen. Im vergangenen Jahr wurden 389.000 Stellen registriert. Bei den Frauen wuchs die Zahl der Teilzeitbeschäftigten mit mehr als 20 Wochenstunden auf drei Millionen. Weitere 4,1 Millionen Frauen arbeiteten halbtags oder weniger. Damit arbeiten fast sieben Mal so viele Frauen wie Männer nicht Vollzeit.

Der Anteil der Normalarbeitsverhältnisse an allen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren stieg den Angaben zufolge auf 68,7 Prozent, nach 68,3 Prozent im Vorjahr. Dieser Trend hält laut Statistischem Bundesamt bereits seit mehreren Jahren an.

Ausländer "überdurchschnittlich oft" atypisch beschäftigt

Allerdings legte im vergangenen Jahr auch die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten leicht zu: um 28.000 auf 7,5 Millionen. Als atypisch werden Erwerbstätige bezeichnet, die befristet angestellt sind, maximal 20 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten, geringfügig beschäftigt oder in Zeitarbeit tätig sind.

Ausländer sind den Statistikern zufolge "überdurchschnittlich oft" atypisch beschäftigt. Während knapp jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer einen solchen Job ausübte, war es bei Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union mehr als jeder Dritte. Bei Erwerbstätigen aus dem EU-Ausland lag der Anteil bei 29 Prozent.

Einzelhandelslehre häufigste Ausbildungsform

Im Hinblick auf Ausbildungsberufe steht nach wie vor eine Lehre im Einzelhandel hoch im Kurs. Die Einzelhandelskauffrau beziehungsweise der Einzelhandelskaufmann bleibt nach Angaben des statistischen Bundesamtes beliebtester Ausbildungsberuf.

Fast 30.500 Jugendliche starteten 2015 eine entsprechende Ausbildung. An zweiter Stelle stand ein Werdegang als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement, gefolgt von Verkäufer bezoehungsweise Verkäuferin. Viele Azubis hätten auch studieren können, entschieden sich aber für eine Ausbildung.

Insgesamt schlossen im vergangenen Jahr gut 516.600 Jugendliche einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Das war ein Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zu 2014.

Einkaufswaren im Regal
galerie

Mit 30.474 neuen Ausbildungsverträgen belegte der Job bei Aldi, Rewe und Co. im vergangenen Jahr erneut den ersten Platz unter weit mehr als 300 möglichen Lehrberufen.

Darstellung: