Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der ICCA Antisemitismuskonferenz in Berlin neben dem Vorsitzenden der ICCA, John Mann.  | Bildquelle: dpa

Konferenz in Berlin Klare Worte gegen Antisemitismus

Stand: 14.03.2016 18:57 Uhr

Die Angst vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland durch Flüchtlinge ernst nehmen und thematisieren: Dafür hat sich Kanzlerin Merkel auf einer Antisemitismuskonferenz ausgesprochen. Deutliche Worte fand auch Bundestagspräsident Lammert.

Von Christoph Scheld, ARD-Hauptstadtstudio

Fabian Weissbarth spielt Fußball. Torwart, Kreisklasse C. Er spielt beim TuS Makkabi Berlin. Beim Besuch im Bundestag trägt er über Hemd und Krawatte seine blaue Trainingsjacke mit dem Davidstern, dem Vereinslogo von Makkabi.

Zwar ist Weissbarth kein Jude, wie im Übrigen fast die Hälfte seiner Mannschaft. Aber weil Makkabi als jüdischer Sportverein gilt, muss er sich in letzter Zeit einiges anhören - auf dem Rasen und daneben. "Man hört Sprüche wie: 'Scheiß Juden, wir stechen euch ab' und andere Anfeindungen. Und das sozusagen laut oder gegenüber den Spielern im direkten Gespräch - bis hin zu tatsächlichen Attacken mit Fäusten und Tritten", sagt Weissbarth.

Internationale Antisemitismuskonferenz in Berlin
tagesthemen 22:15 Uhr, 14.03.2016, Ariane Reimers, ARD Berlin

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Parlamentarier aus aller Welt beraten

Keine Einzelfälle. Immer wieder sind Fußballer von Makkabi Anfeindungen ausgesetzt. Bedrohungen, Handgreiflichkeiten sind keine Seltenheit, Faustschläge zum Glück schon. Noch. Was dagegen getan werden kann, darüber beraten die Parlamentarier aus aller Welt bei einer Konferenz in Berlin. Aus Panama und Polen sind sie angereist, aus Italien und natürlich Israel.

Wachsender Antisemitismus könnte in Deutschland auch mit den vielen Flüchtlingen aus dem arabischen Raum zusammenhängen, die gerade nach Deutschland kommen. Bundestagspräsident Norbert Lammert macht klar, dass die Werte des Grundgesetzes auch für Flüchtlinge Geltung haben: "Wer nach Deutschland kommt, wandert ins Grundgesetz ein. Mit all den dort niedergelegten Rechtsansprüchen und -verpflichtungen."

"Existenzrecht Israels anerkennen"

Und Lammert macht deutlich: "Wer in Deutschland leben, wer hierbleiben will, der muss das Existenzrecht Israels anerkennen. Antisemiten können in dieser Gesellschaft nicht integriert werden." So deutlich sagte das der sonst eher diplomatische Parlamentspräsident selten. Wie ernst das Problem in Deutschland genommen wird, zeigt auch die Rednerliste bei der Konferenz in Berlin.

Sport als Brückenbauer

Am Montag nach drei Landtagswahlen nimmt sich die Bundeskanzlerin Zeit. Und schließt an Lammert konstruktiv an: Der Sport könne wie nur wenige andere Lebensbereiche Brücken bauen, sagt Angela Merkel. "Er kann damit auch helfen, Vorurteile abzubauen. Und das ist zum Beispiel auch im Hinblick auf Menschen wichtig, die in ihren Heimatländern in einem Kulturkreis geprägt worden sind, in dem Antisemitismus und Hass auf Israel von Kindesbeinen an zum Alltag gehören."

Auch Weissbarth blickt lieber konstruktiv auf das unangenehme Thema. Er will weiter bei Makkabi spielen: "Wir haben Spaß an der Freude, wir haben Spaß am Spiel, und das wollen wir uns nicht nehmen lassen. Und ich glaube, dass das eher zu einer Stärkung unseres Teams geführt hat und zu einer enormen Solidarität. Wir haben viele Spieler dazugewonnen, auch türkische Spieler, die gesagt haben: 'Hey, ich habe Bock bei euch mitzuspielen und ein Zeichen zu setzen.'" Diese habe sein Team gestärkt. Fußball als Brückenbauer gegen Antisemitismus - es könnte funktionieren.

Konferenz sucht Strategien gegen Antisemitismus - auch auf dem Fußballplatz
C. Scheld, ARD Berlin
14.03.2016 18:19 Uhr

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