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[Bildunterschrift: Immer mehr Menschen sind süchtig nach Computerspielen. ]
Mehr Prävention und mehr Aufmerksamkeit für neue Suchtgefahren - das sind die Schwerpunkte der vom Kabinett verabschiedeten neuen Anti-Drogen-Strategie der Bundesregierung. "Wir müssen neue Konsummuster wie den Mischkonsum verschiedener Drogen, neue Suchtformen wie die Internetsucht, aber auch neue Substanzen berücksichtigen", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans bei der Vorstellung der Strategie. Dyckmans betonte, dass die Strategie neue Zielgruppen im Fokus habe. Dazu zählten Kinder und Jugendliche, Schwangere, Ältere und Migranten.
Die Nationale Drogenstrategie löst den "Aktionsplan Drogen und Sucht" von 2003 ab. Themen wie der Nichtraucherschutz und die Online-Spiele-Sucht waren damals noch nicht berücksichtigt worden. Die neue Strategie setzt einen besonderen Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung und Frühintervention. "Eltern und Ärzte sollen darin unterstützt werden, Risiken frühzeitig zu erkennen und Suchtentwicklungen vorzubeugen", sagte Dyckmans.
Darüber hinaus solle in den Betrieben und in Krankenhäusern Prävention betrieben werden. Derzeit würden jährlich rund 57.000 sogenannte Entwöhnungsbehandlungen von Ärzten vorgenommen. "Würde jeder Arzt in Deutschland einen Patienten pro Jahr zusätzlich behandeln, ließe sich diese Zahl verdoppeln", sagte Dyckmans.
Unter den neuen Drogen seien besonders die sogenannten "legal highs" problematisch, sagte Dyckmans. Diese chemisch hergestellten und daher als "synthetisch" bezeichneten Substanzen werden häufig übers Internet vertrieben. Auch beschrieb sie den parallelen Konsum von mehreren Substanzen wie synthetischen Drogen und Alkohol als neues Phänomen.
Nach einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Drogenaffinität Jugendlicher in Deutschland betrinken sich junge Erwachsene erstmals seit Jahren wieder häufiger bis zum Umfallen. Gleichzeitig gibt es so wenige junge Raucher wie seit Jahrzehnten nicht.
Sehr gefährlich sei für junge Menschen die Online-Sucht. Neue Forschungen gehen von rund 565.000 Internetabhängigen aus. "Besonders betroffen sind die 14- bis 24-Jährigen", sagt Dyckmans. Rund 250.000 Personen aus dieser Altersgruppe seien abhängig vom Internet oder von Online-Spielen. Etwa 1,4 Millionen Menschen zählten als gefährdet. Zurzeit werde die Online-Sucht jedoch nicht als Erkrankung anerkannt. Erst wenn sich das ändert, können Krankenkassen die Behandlung übernehmen, so die Drogenbeauftragte.
Insgesamt 16 Millionen Raucher gibt es in Deutschland. 1,4 Millionen Menschen sind abhängig von Medikamenten, 1,3 Millionen von Alkohol. Mindestens 73000 sterben jedes Jahr an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Bis zu 600 000 Menschen gelten als glücksspielsüchtig.
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