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Novelle auf den Weg gebracht
Antibiotika-Einsatz in Tierhaltung soll reduziert werden
Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast soll in Deutschland deutlich verringert werden. Das Bundeskabinett beschloss dazu umfassende Änderungen am Arzneimittelgesetz. Kernpunkt ist die Einrichtung einer Datenbank zur Überwachung der Vergabe von Antibiotika, die nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums eine größtmögliche Transparenz schaffen soll. Tierhalter müssen den Einsatz von Antibiotika in ihren Betrieben künftig noch umfassender dokumentieren. Der Einsatz bestimmter Wirkstoffe soll deutlich erschwert werden.
Für Mittel, die bei der Heilung von Menschen eine besonders große Rolle spielen, soll ein Verbot geprüft werden, damit es nicht zu Resistenzen kommt. Außerdem bekommen die zuständigen Überwachungsbehörden der Länder schärfere Kontrollbefugnisse als bisher. Auch der Austausch zwischen den Behörden soll verbessert werden. Für das Projekt werden 22 Millionen Euro an Verwaltungsaufwand veranschlagt.
"Wir können den Einsatz von Antibiotika in Deutschland innerhalb weniger Jahre deutlich senken, wenn die Länder und der Bund an einem Strang ziehen", erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Es müsse alles daran gesetzt werden, "dem übermäßigen Einsatz von Tierarzneimitteln Einhalt zu gebieten".
Antibiotika-Einsatz in Tierhaltung soll reduziert werden
tagesschau 20:00 Uhr, 19.09.2012, Natalia Bachmayer, ARD Berlin
Gesetz soll Antibiotikaresistenzen Einhalt gebieten
Hintergrund der Gesetzesänderung ist die Sorge vor einer wachsenden Anzahl an Antibiotikaresistenzen durch zu häufigen und unsachgemäßen Einsatz der Medikamente etwa bei Masttieren. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 1734 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt - mehr als doppelt so viel wie noch im Jahre 2005.
In Kraft treten soll das Gesetz voraussichtlich im Frühjahr 2013. Zuvor muss es Bundestag und Bundesrat passieren. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung steht massiv in der Kritik, weil er die Entwicklung resistenter Erreger begünstigt. Immer mehr Menschen sprechen daher auf eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr an.
Stand: 19.09.2012 11:24 Uhr
