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23.02.2012

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Inland
Hänchen in einem Zuchtbetrieb
Antibiotika-resistente Keime auf vielen Hähnchen gefunden
BUND-Untersuchung zu Antibiotika im Fleisch

Schädliche Keime auf vielen Hähnchen

Hähnchenfleisch aus deutschen Supermärkten enthält laut einer Stichprobe der Umweltorganisation BUND vielfach Antibiotika-resistente Keime, die für Menschen schädlich sein können. Bei zehn von 20 untersuchten Produkten seien derartige Belastungen entdeckt worden, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz mit. Die Organisation analysierte Frischfleisch aus Geschäften in Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und der Region Stuttgart.

"Deutliches Warnsignal"

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, kommentierte die Ergebnisse als "erschreckende Folge des fortgesetzten Antibiotika-Missbrauchs". Dieser sei nicht nur dafür verantwortlich, dass wichtige Medikamente ihre lebensrettende Wirkung verlieren können. Das Ausmaß der Kontamination von Lebensmitteln mit Krankenhauskeimen sei "ein deutliches Warnsignal vor den Kollateralschäden der industriellen Tierhaltung".

Fleischtheke mit Sonderangeboten in einem Supermarkt (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Fleischtheke mit Sonderangeboten in einem Supermarkt ]
Weiger betonte, eine immer größere Zahl von Nutztieren auf zu wenig Platz zu halten, sei nur unter Einsatz großer Mengen von Antibiotika möglich. Er forderte Bundesagrarministerin Ilse Aigner auf, zu handeln. Die industrielle Tierhaltung müsse endlich zurückgedrängt werden, sagte Weiger. Er forderte, Subventionen für die industrielle Fleischerzeugung abzuschaffen und die Haltungsbedingungen für Nutztiere entscheidend zu verbessern.

"Politik muss handeln!"

Außerdem rief der BUND-Vorsitzende die Handelsketten und Supermärkte auf, mit Keimen belastetes Fleisch aus den Regalen zu verbannen. Von ihren Fleischlieferanten sollten sie verlangen, dass diese umgehend zu Tierhaltungsformen ohne Antibiotika-Missbrauch wechseln. Als Beispiele für umwelt- und tiergerechte Haltungsformen nannte Weiger die Fleischerzeugung in Betrieben der ökologischen Landwirtschaft und in Neulandbetrieben.

Kurz vor dem Bekanntwerden der Stichproben hatte die Bundesregierung angekündigt, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung stark einschränken zu wollen. Noch in dieser Woche werde Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Bundeskabinett einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vorlegen, berichtet das "Hamburger Abendblatt" unter Verweis auf einen Sprecher der Ministerin. Gleichzeitig sollen die Bundesländer demnach bessere Kontrollmöglichkeiten über die Abgabe von Antibiotika erhalten.

Aigner hatte bereits im November 2011 einen EU-Vorstoß, den Einsatz von Antibiotika zu begrenzen, begrüßt und angekündigt, dass der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung in Zukunft genauer erfasst und die Datenerhebung neu geregelt werden sollen.

Stand: 09.01.2012 12:11 Uhr
 

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