Antibiotikum wird als Pulver in ein Wasserglas gestreut | Bildquelle: dpa

Strategie der Bundesregierung zu Antibiotika Kampf den resistenten Keimen

Stand: 13.05.2015 15:39 Uhr

Antibiotika wirken nicht immer, denn Keime werden resistent - vor allem, wenn wahllos Breitbandantibiotika eingesetzt werden. Berlin will das Problem mit einer neuen Strategie bekämpfen.

Von Peter Mücke, NDR, ARD-Hauptstadtstudio

Die Entdeckung des Penicillins gilt als Revolution in der Geschichte der Medizin. Plötzlich konnten mit diesem Antibiotikum viele Bakterieninfektionen geheilt werden, die bis dahin vor allem nach chirurgischen Verletzungen zum Tod der Patienten geführt hatten.

Doch inzwischen ist klar: Die Bakterien können sich anpassen, werden resistent, also unempfindlich gegen die Wirkstoffe: "Die weltweite Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen muss dringend gestoppt werden. Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, droht uns ein Rückfall gleichsam ins Vor-Penicillinzeitalter, das hätte dramatische Folgen", warnt Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Forschung sucht nach neuen Antibiotika

Experten schätzen, dass jedes Jahr 10.000 bis 15.000 Menschen in Deutschland infolge von Infektionen sterben, gegen die die bekannten Antibiotika nichts ausrichten können. Schon seit 2008 gibt es deshalb eine deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie, die jetzt noch einmal überarbeitet wurde.

"Da geht es um klare Regeln für den Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin, aber auch im Bereich der Tiermedizin, da geht es um die Forschung nach neuen Antibiotika, nach alternativen Therapien, nach guter Diagnostik, um nur dann, wenn erforderlich die richtigen Antibiotika einzusetzen", erläutert der Gesundheitsminister.

Regierung will resistente Keime effizienter bekämpfen
tagesschau 17:00 Uhr, 13.05.2015, Moritz Roedle, ARD Berlin

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Bekämpfung von Krankenhauskeimen

Bereits vor einigen Monaten hatte Gröhe einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung gefährlicher Krankenhauskeime vorgelegt. Darin sind strengere Meldepflichten und die Förderung der Aus-und Weiterbildung von Fachpersonal vorgesehen, das sich in den Kliniken um Hygiene und die Verordnung von Antibiotika kümmern soll.

Klaus-Dieter Zastrow vom Berufsverband Deutscher Hygieniker hält die Gesetze für ausreichend, es mangele aber an der Umsetzung. Man hätte wissenschaftliche Methoden - mit einer einfachen Blutentnahme und einem Abstrich - um festzustellen, welches Antibiotikum das richtige sei. "Das wird häufig nicht gemacht und es wird irgendwas genommen, in die Kiste gegriffen und gesagt 'Nimm mal 'ne Woche dies'." Manch einer werde das kennen, wenn er zum Arzt gehe, sagt Zastrow. Man sage dann: "'Bei mir brennt’s beim Wasserlassen'", sagt der Arzt 'Nehmen Sie mal eine Woche das, dann sehen wir uns wieder'. Das ist natürlich falsch und führt dazu, dass wir immer mehr resistente Keime bekommen", so Zastrow.

Schnelltests als Teil der Strategie

So ist auch die Entwicklung von neuen Schnelltests Teil der Antibiotika-Resistenzstrategie. Genauso wie die Förderung der Forschung nach neuen Antibiotika, die in vielen Bereichen dringend gebraucht werden. Das Thema Antibiotika-Resistenzen soll auch am kommenden Montag bei der Versammlung der Weltgesundheitsorganisation eine Rolle spielen, zu der auch Kanzlerin Merkel nach Genf reist: "Gerade wir sind gefordert sowohl mit unserer Forschungsstärke etwas zur Bewältigung dieser dramatischen Herausforderung zu tun als auch anderen Ländern zu helfen, einen sinnvollen Umgang mit Antibiotika sicherzustellen", so Gesundheitsminister Gröhe.                                                                      

Denn resistente Keime machen an nationalen Grenzen nicht Halt. Immer wieder werden neue Erreger aus Urlaubsländern eingeschleppt. Hinzu kommt, dass in vielen Ländern, in Europa, aber auch in den USA, noch laxer mit der Verschreibung von Antibiotika umgegangen wird als hierzulande.

Kabinett beschließt Strategie gegen Antibiotikaresistenzen
P. Mücke, ARD Berlin
13.05.2015 15:03 Uhr

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