Moschee in Köln | Bildquelle: dpa

Anti-Terror-Demo Köln Kritik an Ditib-Absage

Stand: 15.06.2017 20:30 Uhr

Muslime wollen am Samstag in Köln ein Zeichen gegen den Terror setzen. "Denn es tut sich etwas", erklärt die Initiatorin Lamya Kaddor im WDR. Doch Deutschlands größter Islam-Verband Ditib will der Demo fernbleiben. Das erzürnt Kritiker.

Mit einer Demo gegen islamistischen Terror wollen am Samstag in Köln Muslime ein Zeichen setzen. "Wir müssen weiter auf die Straße gehen, uns zeigen, für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und den Frieden kämpfen und den Extremismus verurteilen", sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, der "Rheinischen Post".

Muslime gegen islamistischen Terror
tagesthemen 22:15 Uhr, 15.06.2017, Isabel Schayani, WDR

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Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere Extremisten wollten "mit ihren Morden die Spaltung der Gesellschaft" erreichen, sagte Mazyek der Zeitung. "Das Beste, was ihnen passieren kann, ist, wenn wir den Islam mit ihrem mörderischen Terror in einen Topf werfen." Um sich dem öffentlich entgegenzustellen, werde sich der Zentralrat auch an den Friedensmärschen in Köln und eine Woche später in Berlin beteiligen. Es werden Zehntausende Teilnehmer erwartet.

Angst vor Stigmatisierung

Zuvor hatte die Kritik des Islamverbands Ditib für Wirbel gesorgt. Ditib lehnt die von zwei Privatleuten angemeldeten Anti-Terror-Demo in Köln nach eigener Aussage wegen der Art und Weise der Organisation ab. "Diese Form ist eine öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung", erklärte der größte Islamverband Deutschlands. In einer Erklärung hieß es zudem: "Forderungen nach 'muslimischen' Anti-Terror-Demos greifen zu kurz, stigmatisieren die Muslime und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen." Diese Form der Schuldzuweisung spalte die Gesellschaft.

Lamya Kaddor | Bildquelle: dpa
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"Wir alle müssen gegen Gewalt und Terror aufstehen", fordert Lamya Kaddor.

Diese Kritik weist Lamya Kaddor, eine der Initiatorinnen der Demo, als "fadenscheinig" zurück. Vielmehr sei es wichtig, dass öffentlich wahrgenommen werde: "Aus den Reihen der Muslime tut sich etwas. Sie stehen auf und sagen, 'Es reicht, nicht mit uns'", sagte die Islamwissenschaftlerin im WDR. Die letzten großen Demonstrationen, die von muslimischen Dachorganisationen organisiert wurden, lägen zu lange zurück. Auch die Kritik, im Fastenmonat Ramadan könne Muslimen nicht zugemutet werden, stundenlang in der Hitze zu laufen, weist Kaddor zurück: "Der Ramadan ist nicht der Monat, in dem wir uns zurücklehnen. Ganz im Gegenteil: Der Ramadan ist der Monat, in dem wir uns auf das Wesentliche besinnen sollen - ein Leben in Frieden zum Beispiel."

"Ditib hat sich als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet"

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erklärte, Ditib habe sich mit der Kritik an der Kölner Kundgebung "als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet". "Wer als Religionsgemeinschaft die Millionen Muslime in Deutschland repräsentieren will, muss auch seine gesellschaftliche Verantwortung annehmen", erklärte Beck. Dazu seien "die Ditib-Strukturen nicht in der Lage".

Mit Informationen von Isabel Schayani, WDR

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2017 um 18:32 Uhr

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