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Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat im tagesschau-Chat betont, der Grund für den Amoklauf in Baden-Württemberg sei "nicht der Waffenbesitz" gewesen. "Wir wollen privaten Waffenbesitz nicht gänzlich verbieten", so Schäuble. "Wir haben ja ganz strenge Begrenzungen." Und auch die strengsten Vorschriften könnten nicht verhindern, dass dagegen verstoßen werde. Man dürfe nicht glauben, der Grund für das "schreckliche Geschehen" sei privater Waffenbesitz.
[Bildunterschrift: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) beim Chat von tagesschau.de ]
Das eigentliche Problem seien vielmehr die Gewaltdarstellungen. Deswegen sei seiner Ansicht nach nun nicht der Staat gefordert, schärfere Gesetze zu erlassen. Das würde Freiheiten einschränken. Vielmehr stelle sich die Frage, wie wir mit diesen Freiheiten umgehen, sagte Schäuble: "Wenn durch Killerspiele solche Mechanismen in jungen Menschen aktiviert werden: Machen wir von unserer Freiheit in Zeiten moderner Medien nicht einen zu exzessiven Gebrauch?"
Deutlich wandte sich Schäuble auch dagegen, Sicherheitsschleusen an deutschen Schulen einzurichten. Das hätte seiner Ansicht nach den gegenteiligen Effekt. In dieser Diskussion solle man "ein bisschen Vernunft walten lassen". Kinder sollten in einer Atmosphäre von "Freiheit, Offenheit, Geborgenheit" aufwachsen, nicht in Hochsicherheitstrakten.
Schäuble sagte, die erste Reaktion auf eine solche Tat sei Fassungslosigkeit: "Man fragt sich, was kann einen jungen Menschen, dazu bringen, sich so entsetzlich zu verhalten und so furchtbares Leid zu verursachen?"
[Bildunterschrift: Die Trauer in Winnenden ist groß ]
Zuvor hatten Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit tiefer Bestürzung auf die Bluttat von Winnenden reagiert. "Mit Entsetzen und Trauer haben meine Frau und ich von dem Amoklauf in Winnenden erfahren. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freunden. Wir fühlen uns mit ihnen in diesen schweren Stunden tief verbunden", betonte Köhler.
Merkel sprach von einem "Tag der Trauer für ganz Deutschland". Es sei unfassbar, dass binnen Sekunden Schüler und Lehrer durch ein entsetzliches Verbrechen in den Tod gerissen wurden. "Es ist schwer in Worte zu fassen, was heute passiert ist. Aber natürlich gilt unser Mitgefühl und unsere Trauer den Angehörigen der Opfer. Wir hoffen, dass sie Trost finden können in dieser schwierigen Stunde."
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen mahnte eine bessere Vorsorge an, um derartige Taten künftig zu verhüten. Sie sprach sich dafür aus, Schulen verstärkt auf solche kritischen Situationen vorzubereiten und die Auslöser für Amokläufe besser zu untersuchen. Darüber hinaus regte von der Leyen "Erziehungs-Partnerschaften" zwischen Schulen und Eltern an, um gemeinsam "solche schrecklichen Ereignisse im Vorfeld zu erkennen und abzuwenden".
Oettinger drückte den betroffenen Eltern und Mitschülern vor Ort sein Mitgefühl aus: "Betroffen ist ganz Baden-Württemberg. Die Schule, einen Ort der Zukunft, der Bildung und Erziehung so zu stören und zu zerstören, ist besonders gemein."
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