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Amazon.de wegen rechtsextremer Bücher angezeigt

Online-Buchhändler wird Volksverhetzung vorgeworfen

Amazon.de wegen rechtsextremer Bücher angezeigt

Das American Jewish Committee (AJC) hat in Deutschland gegen den Onlinebuchhändler Amazon Strafanzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Amazon werde vorgeworfen, über seine Webseite rechtsextreme Bücher zu vertreiben, teilte die Berliner Vertretung des AJC mit. In den Büchern werde gegen Juden gehetzt, der Nationalsozialismus verharmlost und der Holocaust geleugnet, hieß es als Begründung für die Anzeige.

Stichproben zeigen rechtsextreme Bückware

Amazon-Logo an einem Gebäude (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Amazon soll rechtsextreme Bücher im Katalog haben. ]
Bei einer Stichprobe diesen Monat hatte das AJC auf den deutschen Seiten von Amazon mindestens 50 "volksverhetzende Bücher" ausfindig gemacht. Auf entsprechende Hinweise hätte der Versandhändler nicht oder nur unzureichend reagiert. Die Bücher seien vor allem von Antiquariaten und Privatpersonen, aber auch von Amazon selbst vertrieben worden. In diesen Büchern werde gegen Juden gehetzt, der Nationalsozialismus verharmlost und der Holocaust geleugnet.

"Es ist inakzeptabel, dass bei Amazon.de mit Büchern gehandelt wird, die ansonsten nur als Bückware in rechtsextremen Szeneläden zu bekommen sind", erklärte Deidre Berger, Direktorin des Berliner Büros des AJC. "Wir fordern Amazon.de auf, jetzt aktiv zu werden und alle strafbaren Bücher sofort aus dem Katalog zu entfernen", so Berger.

Gezielte Werbung für rechtsextreme Bücher?

Unter den vom AJC bei Amazon.de gefundenen volksverhetzenden Büchern hätten sich auch etliche als jugendgefährdend indizierte Werke gefunden. Zudem habe der Onlinebuchhändler für die Bücher einiger problematischer Autoren gezielt Werbeanzeigen bei der Suchmaschine Google geschaltet. Von Amazon hieß es, diese Behauptung sei unzutreffend und für die Mitarbeiter von Amazon verletzend.

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, das Unternehmen biete "selbstverständlich" keine verbotenen oder als jugendgefährdend indizierten Titel an. Bei der Frage, ob Amazon Titel aus seinem Angebot entfernen sollte, sei das Unternehmen aber mit Rücksicht auf das Recht der freien Meinungsäußerung zurückhaltend. "Wir glauben, dass die richtige Antwort auf diskussionswürdige Literatur nicht deren Entfernung ist, sondern mehr Diskussion."

Schärfere Regeln - aber keine "Regulierungsinstitution"

Zugleich verwies Amazon darauf, dass es ein Händler und keine "Regulierungsinstitution" sei. Eine inhaltliche Bewertung von Medien könne und dürfe nicht von privatwirtschaftlichen Unternehmen getroffen werden, die keinerlei Expertise und Kompetenz in diesem Bereich hätten.

Darüber hinaus habe Amazon die Teilnahmbedingungen kürzlich um schärfere Regeln erweitert, die sich gegen Literatur richteten, die den Nationalsozialismus verherrlicht oder verharmlost. Einige Titel, die seither geprüft worden seien, seien aufgrund der geänderten Teilnahmebedingungen entfernt worden. Dennoch würden Kunden auch in Zukunft bei Amazon Titel finden, "in denen bedenkliche Inhalte bezüglich des Nationalsozialismus geäußert werden".

Stand: 24.07.2009 17:06 Uhr
 

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