Alternativer Gipfel in Hamburg | Bildquelle: dpa

Alternativer Gipfel "Probleme an der Wurzel packen"

Stand: 06.07.2017 18:44 Uhr

Die Organisatoren des Alternativgipfel zum G20-Treffen in Hamburg haben eine positive Bilanz gezogen. Rund 2000 Menschen hatten dort Gegenentwürfe zur Politik der G20 zu diskutiert. Zentrale Themen waren Klimawandel, Armut, Flucht, Rassismus und Gerechtigkeit.

Die Organisatoren des alternativen "Gipfels für globale Solidarität" sind mit dem zweitägigen Kongress in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel zufrieden. "Die Suche nach Alternativen zur Politik der G20 hat offenbar viele Menschen motiviert", sagte Heike Löschmann, Referentin der Heinrich Böll Stiftung.

Inf den Diskussionen wurden Ausbeutung, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Macht multinationaler Konzerne, zunehmende Repression und die Zerstörung natürlicher Ressourcen beklagt. Die rund 2000 Teilnehmer suchten nach Alternativen zur Politik der G20, die aus Sicht der Organisatoren die großen Probleme der Welt wie Klimawandel, Kriege und Hunger nicht lösen können. In 17 Podiumsdiskussionen und 75 Arbeitskreisen wurden die Kritik gesammelt, Alternativen identifiziert und Strategien zur Umsetzung entwickelt.

Probleme miteinander verbunden

Aus der Sicht von Thomas Sablowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat der Gegen-Gipfel Blicke darauf eröffnet, wie die globalen Probleme zusammenhängen. "Wir haben gesehen, dass Themen wie Armut im Süden, Flucht und Klimawandel viel miteinander zu tun haben." Zudem hätten die Debatten aufgezeigt, "dass wir radikal sein müssen, um diese Probleme zu lösen - radikal im Sinne von: an der Wurzel packen."

Klimawandel verstärkt Flucht

Die Energiereferentin von Greenpeace, Anike Peters, prognostizierte Hunderttausende zusätzliche Flüchtlinge infolge von Umweltverschmutzung und Erderwärmung. Die G20-Staaten seien die Hauptschuldigen des Klimawandels, die für etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich seien. "Wir fordern, dass diese Staaten dem Klimaschutz höchste Priorität einräumen", betonte Peters. "Es muss gehandelt werden".

Konkret verlangte die Expertin einen zügigen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Bis Mitte dieses Jahrhunderts dürfe weltweit kein Kohlekraftwerk mehr am Netz sein. "Vielen Menschen auf Inselstaaten steht das Wasser buchstäblich schon jetzt bis zum Hals", sagte Peters.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Juli 2017 um 18:03 Uhr.

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