Justizia-Statue in Bamberg | Bildquelle: picture alliance / David Ebener

BGH zu Altbauschäden Eigentümer müssen teure Sanierung zahlen

Stand: 04.05.2018 13:52 Uhr

300.000 Euro sollte die Sanierung feuchter Außenwände in einem Hamburger Altbau kosten. Der Eigentümergemeinschaft war das zu teuer. Doch sie muss zahlen, entschied der Bundesgerichtshof.

Von Klaus Hempel, ARD-Rechtsredaktion

Wenn ein Altbau feuchte Außenwände hat und dadurch die Nutzung der Räumlichkeiten stark beeinträchtigt ist, muss eine Eigentümergemeinschaft die Schäden beseitigen. Sie muss diese Sanierung dann auch gemeinsam finanzieren. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.

Sanierung war Mehrheit der Eigentümer zu teuer

Im konkreten Fall ging es um einen Hamburger Altbau aus dem Jahre 1890. Das Gebäude hat zwölf Wohnungen. Im Souterrain befinden sich drei weitere Einheiten - mit einer Naturheilpraxis, einer Künstler- und einer Kommunikationsagentur. Dort sind die Außenwände stark durchfeuchtet, der Putz bröckelt ab. Die Sanierung würde laut Gutachten 300.000 Euro kosten.

Der Mehrheit der Eigentümer war das zu teuer. Sie lehnte die Sanierung ab. Die Begründung lautete unter anderem: Bei Altbauten seien feuchte Außenwände durchaus üblich.

Feuchte Wände müssen nicht automatisch hingenommen werden

Der BGH hat nun entschieden: Die Sanierung muss durchgeführt werden. Laut Gesetz sei eine Eigentümergemeinschaft verpflichtet, das Gemeinschaftseigentum instandzuhalten und notfalls zu sanieren. Entscheidend sei dabei auch, wie Räume genutzt werden. Für Kellerräume in einem Altbau würden andere Maßstäbe gelten als für Wohnungen und Geschäftsräume. Auch bei Altbauten könne man erwarten, dass die Wände nicht feucht sind, wenn Räume als Geschäftsräume genutzt werden.

Az: V ZR 203/17

Eigentümer müssen Sanierungskosten gemeinsam tragen
tagesschau 16:00 Uhr, 04.05.2018, Claudia Kornmeier, SWR

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Mai 2018 um 15:00 Uhr und die Tagesschau um 17:00 Uhr.

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