Bar-Besucher trinkt Whisky | Bildquelle: dpa

250 Unfalltote durch Alkohol Ruf nach Null-Promille-Grenze

Stand: 11.05.2017 13:28 Uhr

Fast jeder 14. Verkehrstote und Tausende Verletzte pro Jahr gehen auf Alkohol am Steuer zurück. Das erklärte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat vor Beginn der "Aktionswoche Alkohol". Deswegen fordert DVR-Chef Kellner die Null-Promille-Grenze.

Angesichts von Tausenden Verletzten und mehr als 250 Toten durch Alkoholunfälle fordert der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, Christian Kellner, ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.

Ein Polizist zeigt ein Alkohol-Atemmessgerät. (Archivbild)
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Experten fordern die 0,0-Promille-Grenze am Steuer

"Auch wenn die Zahl der alkoholbedingten Unfälle insgesamt rückläufig ist, sie sind besonders folgenschwer", warnte Kellner vor Beginn der "Aktionswoche Alkohol". 2015 starben 256 Menschen bei Alkoholunfällen, etwa 16.500 wurden verletzt.

Junge Männer trinken und fahren

Es sind nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vor allem junge Männer, die trotz Alkoholkonsums das Auto nicht stehen lassen. Sie überschätzten oft ihre Fahrtüchtigkeit und seien extrem risikobereit. Alkoholisierte Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren sind demnach mit Abstand am häufigsten an Unfällen mit Personenschäden beteiligt.

Alkohol ist auch ein Problem im öffentlichen Verkehr. Zur Partyzeit etwa häufen sich Vorfälle in Bahnen und Bussen durch enthemmte Fahrgäste. Die Gefahrenschwelle, bei der sich Alkohol negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirkt, beginnt dem Verkehrssicherheitsrat zufolge bereits bei 0,2 bis 0,3 Promille. Bei dem vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwert von 0,5 Promille sei das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, bereits doppelt so hoch wie in nüchternem Zustand.

Kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr

DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann forderte, den Alkoholverkauf nach 22 Uhr zu verbieten. "Ein nächtliches Verkaufsverbot schränkt zumindest den spontanen Alkoholkonsum deutlich ein und mit ihm die Exzesse, die andere gefährden", erklärte Gaßmann. Gerade Tankstellen seien "ein Brennpunkt". Es gebe daher keinen vernünftigen Grund, Tankstellen einen Verkauf von Rausch- und Suchtmitteln zu erlauben.

Bierflaschen an einer Tankstelle
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DHS will Alkoholverkauf an Tankstellen nach 22 Uhr verbieten

Die "Aktionswoche Alkohol", die alle zwei Jahre stattfindet und am Samstag beginnt, soll zum kritischen Umgang mit Alkohol anregen. Bundesweit sind bis zum 21. Mai wieder Hunderte Veranstaltungen geplant, an denen sich unter anderem Selbsthilfegruppen, Fachkliniken, Ärzte, Apotheker und Beratungsstellen beteiligen. Schwerpunktthema ist Alkohol im Straßenverkehr.

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 74.000 Menschen an den Folgen von Alkohol oder durch den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak. Alkoholabhängigkeit ist das größte Suchtproblem hierzulande.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. Mai 2017 um 07:13 Uhr

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