Passagiere stehen vor dem Logo von Air Berlin | Bildquelle: dpa

Transfergesellschaft für Air Berlin Bayern zahlt nicht

Stand: 24.10.2017 15:58 Uhr

Bayern lehnt es ab, sich an einer Transfergesellschaft für Air Berlin finanziell zu beteiligen. Die insolvente Fluglinie kündigte unterdessen an, selbst zehn Millionen Euro beisteuern zu wollen - allerdings unter Vorbehalt.

Für etwa 4500 Mitarbeiter, die von der Insolvenz der Fluglinie Air Berlin betroffen sind, soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden - doch Bayern spielt nicht mit. Das Bundesland hat den Plänen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Absage erteilt. Die Fluglinie unterhält Standorte in diesen drei Ländern.

"Hoch qualifizierte Arbeitskräfte"

"Hier sehen wir vor allem die Unternehmen in der Pflicht, über einen Sozialplan oder bei Bedarf durch die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die Folgen der Insolvenz für die betroffenen Mitarbeiter abzumildern", sagte eine Sprecherin des bayerischen Arbeitsministeriums. Darüber hinaus sei die Staatsregierung in München "sehr zuversichtlich, dass diese hoch qualifizierten Arbeitskräfte in Bayern sehr schnell wieder Anschluss an den Arbeitsmarkt finden", so die Sprecherin weiter.

Zehn Millionen Euro aus Insolvenzmasse

Air Berlin taxiert die Kosten für eine Transfergesellschaft auf etwa 50 Millionen Euro. Das Unternehmen kündigte an, selbst zehn Millionen Euro aus der Insolvenzmasse beisteuern zu wollen, wenn auch weitere Beteiligte "Deckungsbeträge erbringen", hieß es in einer Mitteilung. Berlins Staatskanzleichef Björn Böhning appellierte derweil an Bund, beteiligte Länder sowie die Lufthansa als Käufer großer Teile von Air Berlin, sich finanziell zu beteiligen. "Wir sind in einer kritischen Situation vor den abschließenden Gesprächen", sagte Böhnig. Aber er hoffe, dass noch eine Lösung gefunden werde, damit die Mitarbeiter von Air Berlin nicht schon in der nächsten Woche auf der Straße stünden.

Noch kein Durchbruch bei erstem Treffen

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte der "Berliner Morgenpost", sein Land würde sich mit den Kosten für Beratung und Verwaltung beteiligen. Vertreter des Bundes, von Berlin und Nordrhein-Westfalen hatten sich zuvor zu einem ersten informellen Treffen in Sachen Transfergesellschaft getroffen. Dort hatte es allerdings noch keinen Durchbruch gegeben. Am Mittwoch soll nun möglicherweise ein zweites Gespräch stattfinden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Oktober 2017 um 16:00 Uhr.

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