Schleifen - das Symbol für den Welt-Aidstag. | Bildquelle: dpa

Welt-Aidstag "Die Epidemie ist nicht unter Kontrolle"

Stand: 01.12.2015 11:46 Uhr

25 Millionen Menschen sind seit 2000 weltweit an Aids gestorben, unter Teenagern ist Aids die zweithäufigste Todesursache, in Afrika sogar die häufigste. Zum Welt-Aidstag fordert UN-Generalsekretär Ban daher Zugang zu lebensverlängernden Therapien für alle HIV-Infizierte.

Aids - für manche eine fast schon vergessene Krankheit, aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation ist sie aber nach wie vor gefährlich: "Die Epidemie ist nicht unter Kontrolle", warnt die WHO. 2014 gab es so viele Neuinfektionen wie nie zuvor. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung ist Aids weltweit die zweithäufigste Todesursache bei Teenager - nach Unfällen. In Afrika ist es die häufigste.

"Gefährliche Selbstzufriedenheit"

"Nach mehr als drei Jahrzehnten des weltweiten Kampfs gegen HIV/Aids macht sich in der Weltgemeinschaft eine gefährliche Selbstzufriedenheit breit", stellt die entwicklungspolitische Organisation One fest. Sie fordert Gelder, um den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit zu verstärken. Deutschland gehört bereits zu den Geldgebern - neben den USA, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Diese Länder schultern zusammen 87 Prozent der Mittel zur Aids-Bekämpfung.

HIV-Patienten in Behandlung
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HIV-Patienten in Behandlung

Die Gelder werden gebraucht, um allen HIV-Infizierten Zugang zu Therapie zu gewähren. Dieses Ziel verfolgen auch die Vereinten Nationen. Generalsekretär Ban Ki Moon geht davon aus, dass das Ziel bis 2030 Erreichbar ist.

Aktuell sind 37 Millionen Menschen weltweit infiziert, 15,8 Millionen erhalten eine lebensverlängernde Therapie. Die Zahl der Toten in Verbindung mit Aids ist rückläufig. Starben 2003-2006 noch zwei Millionen Menschen jährlich in Verbindung mit Aids, waren es 2013 nur 1,3 Millionen, 2014 nur 1, 2 Millionen.

Holger Wicht, Deutsche Aids-Hilfe, zur Zunahme der Neu-Infektionen
tagesschau24 10:15 Uhr, 01.12.2015

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Neuinfektionen in Osteuropa

In Deutschland sind 83.400 Menschen HIV-infiziert, mit 3200 Neuinfektionen jährlich bleibt der Anstieg stabil. Anders sieht es in Europa insgesamt aus. Hier verzeichnen die Experten einen besorgniserregenden Anstieg. Vor allem in Osteuropa, insbesondere in Russland, sieht Holger Wicht von der Deutschen Aids-Hilfe ein Problem. Hier fehlt es nach seiner Ansicht an Prävention, durch Stigmatisierung würden Infizierte dort ausgegrenzt.

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HIV-Infektionen - die Zahlen

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