AfD-Chefin Frauke Petry | Bildquelle: AP

AfD-Pläne für Bundestagswahl Spitzenteam statt Petry-Solo

Stand: 19.11.2016 08:37 Uhr

Die AfD-Führung wünscht sich für den Bundestagswahlkampf 2017 ein Spitzenteam. Mit diesem Beschluss sperrt sich der Vorstand gegen eine alleinige Spitzenkandidatur von Parteichefin Petry. Nun muss ein Parteitag entscheiden.

Der AfD-Bundesvorstand hat sich mit großer Mehrheit gegen eine alleinige Spitzenkandidatur von Parteichefin Frauke Petry bei der Bundestagswahl 2017 ausgesprochen. Stattdessen soll ein Team die Partei im Wahlkampf führen.

"Unterschiedliche Strömungen"

"Der Bundesvorstand beschließt als Empfehlung an den Bundesparteitag, mit einer Spitzenmannschaft in den Bundestagswahlkampf 2017 zu gehen", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Beschluss, der am Abend nach langer Debatte beschlossen wurde. "Über die genaue Anzahl und die Personen soll der Bundesparteitag entscheiden", beschloss die Parteispitze nach kontroversen Beratungen in Berlin. Begründet wird die Entscheidung für mehrere Spitzenkandidaten damit, dass dann die "unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen und Schichten in der AfD und damit der Charakter der Alternative für Deutschland als erfolgreich wachsende Volkspartei am besten kommuniziert werden".

Vorstandsmitglied André Poggenburg bestätigte die Entscheidung des Vorstands und sprach sich dafür aus, dass Parteivize Alexander Gauland ebenso wie der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke dem Spitzenteam angehören sollten.

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Meuthen will nicht in den Bundestag

Die Entscheidung über die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl und die Mitglieder eines möglichen Spitzenteams soll auf dem AfD-Bundesparteitag im April 2017 in Köln fallen. Petrys Co-Vorsitzender Jörg Meuthen hatte vor einigen Tagen erklärt, er werde nicht für den Bundestag kandidieren. Damit machte er den Weg für eine mögliche alleinige Spitzenkandidatur Petrys frei. Deren Gegner fürchten allerdings, damit werde zu viel Macht auf die Parteichefin konzentriert. Vor diesem Hintergrund hatte Gauland Petry vor der gestrigen Vorstandssitzung angeboten, gemeinsam ein Spitzenteam für den Bundestagswahlkampf zu bilden.

Die AfD hatte 2013 den Einzug in den Bundestag mit einem Zweitstimmenergebnis von 4,7 Prozent knapp verpasst. Seither gelang ihr allerdings der Sprung in zehn Landesparlamente. In bundesweiten Umfragen liegt sie seit Monaten über zehn Prozent, sodass ihr gute Chancen eingeräumt werden, bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 erstmals in den Bundestag einzuziehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2016 um 12:00 Uhr

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