AfD-Politiker Jens Maier | Bildquelle: dpa

Rassistischer Tweet AfD rügt Abgeordneten Maier

Stand: 08.01.2018 12:35 Uhr

Der Bundestagsabgeordnete Maier hat wegen seiner rassistischen Äußerungen gegen Noah Becker von seiner Partei eine Abmahnung kassiert. Den Parteiausschluss muss er wohl nicht befürchten. Becker hat inzwischen Strafanzeige gegen Maier gestellt.

Der AfD-Politiker Jens Maier hat für seinen rassistischen Tweet gegen Noah Becker von seiner Partei eine Abmahnung erhalten. Mit einem Parteiausschlussverfahren muss der sächsische Bundestagsabgeordnete jedoch wohl nicht rechnen. Der Beschluss erfolgte einstimmig, so ein Sprecher des AfD-Bundesvorstands. Maier wurde außerdem aufgefordert, bei der Auswahl und Führung seiner Mitarbeiter in Zukunft mehr Sorgfalt walten zu lassen.

Von Maiers Twitter-Account war Anfang Januar über Noah Becker der Satz gepostet worden: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." Der Kommentar bezog sich auf ein Interview in dem Becker erklärte, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt". Er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe schon attackiert worden. Becker hat ein Maler-Atelier in Berlin, arbeitet als DJ und ist Mitglied einer Band.

Noah Becker | Bildquelle: dpa
galerie

Noah Becker hat inzwischen seinen Anwalt eingeschaltet.

Die "Masche" der AfD

Maiers Kommentar wurde später gelöscht. Der Politiker erklärte anschließend, der Tweet sei von einem Mitarbeiter verfasst worden. Beckers Vater, der frühere Tennisstar Boris Becker, hält diese Erklärung allerdings für unglaubwürdig. In einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag" schrieb er, die Beleidigung seines Sohns sei keineswegs ein Versehen gewesen: "Das tun sie bei der AfD doch immer, das ist ihre Masche." Gleichzeitig rief Becker zum Kampf gegen Rassismus auf. Noah Beckers Anwalt erstattete bereits vergangene Woche Strafanzeige gegen Maier und stellte einen Strafantrag.

Maier war vor seinem Einzug in den Bundestag Zivilrichter in Sachsen. Er gehört dem rechtsnationalen Flügel der Partei um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke an. Auch in der Vergangenheit war er wiederholt durch rechte Äußerungen aufgefallen.

Der Jurist hatte im Januar 2017 auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative in Dresden, wo auch Thüringens AfD-Chef Björn Höcke aufgetreten war, unter anderem von einem "Schuldkult" gesprochen und vor der "Herstellung von Mischvölkern" gewarnt. Die rechtsextreme NPD bezeichnete er als "einzige Partei, die immer entschlossen zu Deutschland gestanden hat". Das Dresdner Landgericht entzog Maier daraufhin die Zuständigkeiten für Zivilverfahren aus dem Bereich des Presserechts und des Ehrschutzes.

AfD-Abmahnung gegen Maier
Nadine Lindner, DLF
08.01.2018 19:34 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Januar 2018 um 12:45 Uhr.

Darstellung: