Björn Höcke, AfD-Landesvorsitzender Thüringen | Bildquelle: REUTERS

Provokante Äußerungen AfD berät über Ausschluss von Höcke

Stand: 23.01.2017 04:16 Uhr

Die AfD berät über einen Parteiausschluss des umstrittenen Thüringer Landeschefs Höcke. Höcke hatte mit einer Rede über das Holocaust-Mahnmal und die "dämliche Bewältigungspolitik" Kritik selbst in der AfD ausgelöst.

Der AfD-Bundesvorstand will heute in einer Telefonkonferenz über ein Parteiausschlussverfahren gegen den umstrittenen thüringischen Landeschef Björn Höcke beraten. Grund sind offenbar Höckes jüngste Äußerungen zum Holocaust-Mahnmal, die auf scharfe Kritik gestoßen waren.

Bereits am Freitag hätten sich auf einer Sitzung des Bundesvorstands in Berlin acht von elf anwesenden Mitgliedern für ein Ausschlussverfahren ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag solle vom Vorstandsmitglied Alice Weidel aus Baden-Württemberg eingebracht worden sein. Bei der Sitzung sei es aber "etwas chaotisch" zugegangen, daher werde das Thema nun erneut besprochen.

Petry will Höcke loswerden

AfD-Chefin Frauke Petry soll dem Bericht zufolge "leidenschaftlich" für Höckes Rauswurf argumentiert haben. Ihr Co-Chef Jörg Meuthen und die Landeschefs von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Alexander Gauland und Andre Poggenburg, hätten sich gegen einen Ausschluss Höckes ausgesprochen.

Höcke hatte auf einer Veranstaltung in Dresden mit Verweis auf das Holocaust-Mahnmal gesagt: "Wir Deutschen (...) sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Zudem sprach er von einer "dämlichen Bewältigungspolitik" und forderte eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Seine Rede löste Empörung aus.

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, zu Höckes Äußerungen
nachtmagazin 00:00 Uhr, 18.01.2017

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Anti-Höcke-Protest im Netz

Im Internet machen Anhänger von Höcke bereits mobil gegen einen möglichen Ausschluss. Nach Informationen von tagesschau.de unterzeichneten bislang mehr als 2000 Personen eine Petition, die sich für die "Einheit" der AfD stark macht. Eine weitere Spaltung könne die Partei nicht verkraften, heißt es.

In Facebook-Gruppen diskutieren unterdessen Höcke-Anhänger darüber, wie eine neue Partei heißen könnte, sollte Höcke tatsächlich ausgeschlossen werden. Andere AfDler veröffentlichten hingegen einen Aufruf mit dem Titel "Rote Karte für Höcke", der offenbar von einzelnen Funktionären und ganzen Kreisverbänden, vor allen aus NRW und Rheinland-Pfalz, unterstützt wird.

Der Fall Höcke: Wie die AfD ihren Thüringer Landeschef nicht los wird
Martin Mair, ARD Berlin
23.01.2017 09:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 18. Januar 2017 um 00:00 Uhr sowie die tagesschau am 23. Januar 2017 um 06:00 Uhr.

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