AfD-Demo | Bildquelle: AP

E-Mail aufgetaucht AfD bietet Demo-Geld

Stand: 23.05.2018 11:30 Uhr

Immer wieder wird von rechter Seite behauptet, linke Proteste würden bezahlt. Nun ist eine E-Mail aufgetaucht, in der die AfD 50 Euro für die Teilnahme an einer Demonstration bietet.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Die AfD in Rheinland-Pfalz hat Geld geboten, damit Anhänger und Mitglieder mit zu einer Demonstration nach Berlin reisen. Dies behauptet die antifaschistische Seite "Exif-Recherche". Die anonymen Macher der Seite veröffentlichten eine E-Mail, die ihnen zugespielt worden sei und sich an Mitglieder, Förderer und Freunde der Alternative für Deutschland in Rheinland-Pfalz richte.

In dem vom 17. Mai 2018 datierten Schreiben heiße es, man wolle einen Anreiz schaffen, damit möglichst viele Menschen in Berlin für Deutschland demonstrierten. Insgesamt stünden dafür 1500 Euro zur Verfügung, die ersten 30 Demonstranten, die sich melden, sollen jeweils 50 Euro erhalten. Eine Anfrage von tagesschau.de, ob das Schreiben echt sei und wie viele Personen sich bislang gemeldet haben, beantwortete die AfD in Rheinland-Pfalz bislang nicht.

"Exif-Recherche" bekräftigte auf Anfrage, dass die E-Mail authentisch sei. Man könne allerdings aus Gründen des Quellenschutzes keine weiteren Angaben dazu geben. Aber man mache keine Späße mit dem Thema, da "viele Menschen von Rassismus und Neonazismus täglich betroffen und bedroht" seien.

Erst Dementi, dann Bestätigung

Steffen Königer | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto
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Steffen Königer sagte, dass es sich dabei um die Idee eines Einzelnen gehandelt habe, die sicher nicht abgesprochen gewesen sei.

Ein AfD-Vertreter dementierte diese Nachricht allerdings gegenüber der "Berliner Morgenpost" und sprach von "Quatsch". Mittlerweile bestätigte aber Parteisprecher Robin Classen die Echtheit der E-Mail. Es habe die Überlegung gegeben, einen Bus nach Berlin zu organisieren oder einen Zuschuss bei eigener Anreise zu zahlen, erklärte Classen. Der Landesvorstand habe sich für die flexiblere Lösung des Zuschusses entschieden. Die Teilnehmer reisten nun einmal aus unterschiedlichen Ecken von Rheinland-Pfalz an. Für den Zuschuss sei ein Nachweis nötig - etwa ein Foto von der Demonstration am Berliner Hauptbahnhof.

Der AfD-Politiker Steffen Königer sagte in einem Statement, es habe sich dabei um die Idee eines Einzelnen gehandelt, die sicher nicht abgesprochen gewesen sei. Bei der AfD gingen die Leute nicht auf die Straße, weil Geld gezahlt werde. Das gebe es "auf der anderen Seite des politischen Spektrums". Damit spielte der AfD-Politiker auf ernst gemeinte Behauptungen an, bei antifaschistischen Demonstrationen würde Geld an Teilnehmer gezahlt. Eine Legende, die mittlerweile zu einem wiederkehrenden Witz im Internet geworden ist.

Uwe Junge | Bildquelle: picture alliance / Thomas Frey/d
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Uwe Junge sagte, bei der Zahlung handele es sich eher um einen Gag.

Uwe Junge, AfD-Vorsitzender in Rheinland-Pfalz, sagte gegenüber T-Online News, bei der Zahlung handele es sich eher um einen Gag. "Wir bezahlen ja nicht alle, sondern geben nur 30 Leuten einen Zuschuss und sie können sich mit mir fotografieren lassen. Ist doch nett."

10.000 Teilnehmer angemeldet

Die Demonstration der AfD am 27. Mai in Berlin steht unter dem Motto "Zukunft Deutschland". Die Veranstalter haben 10.000 Teilnehmer angemeldet.

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