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Honorarstreit
Ärzte und Krankenkassen einigen sich
In dem seit Wochen schwelenden Honorarstreit ist ein Durchbruch gelungen. Das bestätigten Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenorganisation der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Berlin.
Die Honorare der 150.000 niedergelassenen Kassenärzte und Psychotherapeuten sollen im nächsten Jahr um drei bis vier Prozent steigen. Der Chef des gemeinsamen Bewertungsausschusses der Ärzte und Krankenkassen, Jürgen Wasem, bezifferte den Wert der Honoraranhebung auf einen Betrag zwischen 1,15 und 1,27 Milliarden Euro.
Die konkrete Honoraranhebung in den verschiedenen Bundesländern muss erst noch ausgehandelt werden, da darin ein Regionalfaktor einfließt, der von der jeweils unterschiedlichen Alterszusammensetzung und Krankheitsbelastung abhängt.
Niedergelassene Ärzte und Krankenkassen einigen sich
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.10.2012, Kerstin Breinig, RBB
Gesonderter Honorartopf für Psychotherapeuten
Laut dem Kompromiss sollen Psychotherapeuten zudem künftig aus einem gesonderten Honorartopf bezahlt werden. Damit wird eine zentrale Forderung der KBV erfüllt.
Dennoch bleiben die niedergelassenen Ärzte auf Protestkurs, wie ein Sprecher der Allianz ihrer Berufsverbände deutlich machte. In einer Schaltkonferenz stimmte demnach noch am späten Abend eine Mehrheit dafür, an der Protestplanung festzuhalten. Ein "flächendeckender Aktionstag", zu dem auch Praxisschließungen gehören sollen, sei weiterhin geplant.
Die Organisatoren der Proteste saßen nicht mit am Verhandlungstisch. Ihre Proteste richten sich nicht nur gegen die Honorarpolitik der Kassen, sondern auch gegen ein Übermaß an Bürokratie.
Ursprünglich 3,5 Milliarden Euro gefordert
In einer Urabstimmung hatte sich vor einigen Wochen eine Mehrheit der Ärzte für Praxisschließungen und Protestmaßnahmen ausgesprochen. Die Ärzte hatten das ursprüngliche Angebot der Kassen von 900 Millionen Euro mehr als völlig unzureichend abgelehnt. Sie hatten mit 3,5 Milliarden Euro fast das Vierfache verlangt.
Das Monats-Nettoeinkommen der Kassenärzte beträgt im Schnitt 5442 Euro. Die Unterschiede sind allerdings groß. Für Ärztehonorare stiegen die Kassenausgaben 2011 um gut zehn Prozent auf 33,7 Milliarden Euro.
Stand: 09.10.2012 23:21 Uhr
