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Ergebnis der Urabstimmung
Ärzte stimmen für Praxisschließungen
Die niedergelassenen Ärzte wollen mit Praxisschließungen und Warnstreiks gegen das aus ihrer Sicht zu magere Ergebnis der Honorarverhandlungen protestieren. Eine Urabstimmung brachte nach Angaben der Allianz deutscher Ärzteverbände eine breite Zustimmung zu den Protestmaßnahmen. Rund 75 Prozent der Ärzte, die an der Umfrage teilnahmen, stimmten demnach für Praxisschließungen. Nach Angaben der Verbände beteiligten sich 49 Prozent der 103.000 Mitglieder von rund 30 ärztlichen Berufsverbänden an der Urabstimmung.
Der Sprecher der Allianz der Verbände, Dirk Heinrich, sagte, er erwarte die größten Ärzteproteste seit 2006. Noch könnten Praxisschließungen aber abgewendet werden, wenn die nächste Verhandlungsrunde über das Ärztehonorar an diesem Samstag doch ein als ausreichend angesehenes Honorar bringe. "Die Krankenkassen haben den Schlüssel in der Hand", sagte Heinrich.
Geschlossene Türen schon im September
Für die Patienten - auch die privaten - bedeutet das, dass sie vermutlich noch im September vor verschlossenen Praxistüren stehen könnten. Bundesweite Protesttage sind geplant. Notfälle sollten aber versorgt werden, hieß es im Vorfeld von der Ärzteschaft. Getragen werden die Proteste vor allem von Fachärzten. Es gibt aber auch kritische Stimmen, vor allem unter den Allgemeinmedizinern. So sagte der Vorsitzende des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Wulf Dietrich, der Nachrichtenagentur dpa, die lautstarken Streikandrohungen beschädigten das Ansehen der Mediziner: "Dass ein Berufsstand, der insgesamt gut verdient, sich so aufführt, ist schädlich für die gesamte Ärzteschaft."
Mehrheit der Ärzte stimmt für Streiks
tagesschau 20:00 Uhr, 13.09.2012, Hanno Christ, RBB
Neue Verhandlungen am Samstag
Die Proteste der Ärzte richten sich gegen die gesetzlichen Krankenkassen. Die Mediziner beklagen, dass geplante Honorarsteigerungen für das kommende Jahr zu gering ausfielen. Gut 270 Millionen Euro mehr soll es 2013 für die rund 150.000 Praxisärzte und Psychotherapeuten geben. Dazu kommen voraussichtlich noch einige 100 Millionen Euro durch noch ausstehende Beschlüsse. Die Ärzte hatten 3,5 Milliarden Euro gefordert.
Der Erweiterte Bewertungsausschuss von Ärzten, Kassen sowie unabhängigen Sachverständigen kommt an diesem Samstag erneut zusammen. In diesem Gremium werden die Honorare ausgehandelt.
Stand: 13.09.2012 15:06 Uhr
