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Die Suche nach einem neuen Arzt gestaltet sich oft schwierig. Um den Patienten die Entscheidung zu erleichtern, gibt es seit kurzem ein Bewertungs-Portal für Ärzte im Internet - organisiert von mehreren Krankenkassen. Die meisten Ärzte kommen dabei gut weg. Doch noch machen nur wenige Patienten mit.
Von Lioba Werrelmann, WDR, ARD-Hauptstadtstudio
[Bildunterschrift: Wie gut ein Arzt ist, könnte ein Patient schon vor dem ersten Besuch wissen. ]
Spricht der Arzt mit mir oder spricht er nur über mich hinweg? Ist die Sprechstundenhilfe freundlich oder der reinste Drachen? Wer zu einem neuen Arzt muss, ist meistens hinterher schlauer. Theoretisch könnte man auch schon vorher wissen, was auf einen zukommt. Denn seit Mai bieten die AOK und die Barmer ihren Versicherten im Internet die Gelegenheit, Ärzte zu bewerten. Gleichzeitig können sie sich anschauen, wie andere Patienten ihre Ärzte bewertet haben.
Seit heute ist auch die Techniker Krankenkasse dabei. Insgesamt sind bei diesen dreien die Hälfte aller gesetzlich Versicherten versichert. Doch tatsächlich haben die allerwenigsten Patienten ihre Ärzte bislang bewertet. Das aber ausgesprochen gut.
"85 Prozent der Patienten würden ihren Haus- oder Facharzt bestimmt oder wahrscheinlich weiter empfehlen", berichtet Jürgen Graalmann, geschäftsführender Vorstand bei der AOK. Hausärzte schneiden besser ab als Fachärzte, weil die Hausärzte mehr und verständlicher mit ihren Patienten reden. Gerade bei den Fachärzten gibt es gravierende Unterschiede: Manche Orthopäden werden von fast all ihren Patienten weiterempfohlen, andere nur von jedem vierten. Genauso groß sind die Spannbreiten bei der Bewertung der Sprechstundenhilfen.
[Bildunterschrift: Hausärzte schneiden besser ab als Fachärzte. ]
Seit heute können nicht nur Haus- und Fachärzte, sondern auch Zahnärzte bewertet werden. 40 Punkte umfasst der Fragebogen im Internet. Wer ihn ausfüllen will, meldet sich mit seiner Versichertennummer auf den Webseiten der Krankenkassen an. Dann kann er anonym ankreuzen, ob er zum Beispiel rechtzeitig über Extra-Kosten informiert wurde und wie der Arzt mit ängstlichen Patienten umgeht.
Die Ärzte sehen das nicht ganz vorbehaltlos, erklärt Karen Walkenhorst von der Techniker Krankenkasse: "Ich glaube, das kann jeder persönlich nachvollziehen, dass das nicht nur Freude bereitet. Es gibt Vorbehalte, weil es hier zum Teil ja auch sehr persönliche Bewertungen eines persönlichen Arzt-Patienten-Kontakts sind."
Damit Ärzte nicht beschimpft werden, gibt es keinen Platz für persönliche Bemerkungen. Die Patienten dürfen nur Kreuze setzen. Der Arzt wiederum darf seine eigenen Bewertungen kommentieren. Und das Ergebnis eines Arztes wird erst dann veröffentlicht, wenn mindestens zehn Bewertungen für ihn vorliegen. Im Moment sind gerade einmal gut dreitausend Ärzte in der Datenbank vertreten.
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