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[Bildunterschrift: Schneller lernen in kürzerer Zeit - viele Schüler stöhnen unter dem "Turbo-Abi" ]
Die Kultusminister haben leichte Nachbesserungen beim umstrittenen "Turbo-Abitur" nach zwölf Schuljahren beschlossen. So sollen den Schulen mehr Freiräume für besondere Projekte eingeräumt werden. Am vereinbarten Unterrichtsvolumen von 265 Wochenstunden ab Klasse fünf bis zur Reifeprüfung soll sich nichts ändern. Diese Wochenstunden werden wie bisher auf die einzelnen Schuljahre hinweg verteilt. Fünf davon können aber künftig als "Wahlunterricht für besondere pädagogische Ansätze" ausgewiesen werden. Gemeint sind zum Beispiel Übungen, Vertiefungsstunden und Projekte. Der Beschluss war nach zähen Verhandlungen zu Stande gekommen.
Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre hat in vielen Bundesländern zu erheblichen Klagen über eine Überlastung der Schüler geführt und einen Ideologiestreit ausgelöst. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Dieter Dornbusch, sagte im RBB-Inforadio, er halte es für das Sinnvollste, das "Turbo-Abi" nur an Ganztagsschulen einzuführen. Dort könnten die Kinder mittags verpflegt werden und müssten zu Hause keine Aufgaben mehr machen. "Man hat jetzt einen Zustand, dass man einen Reparaturbetrieb braucht, um überhastete Entscheidungen zu reparieren", sagte Dornbusch.
Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Saarlands Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), wies Kritik zurück, dass sich das Gremium zu spät der Verkürzung der Abiturzeit von 13 auf 12 Jahre widme. Diesen Eindruck teile sie nicht. Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) erklärte, europaweit sei die zwölfjährige Schulzeit Standard. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (CDU) wies Vorwürfe zurück, die Verkürzung der Abiturzeit sei schlecht vorbereitet worden. Sie betonte, Lehrpläne würden verschlankt.
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Nach Angaben des baden-württembergischen Kultusministers Helmut Rau (CDU) wollte die KMK entgegen der Aufforderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht über eine Entrümpelung der Lehrpläne für die Gymnasien entscheiden. Dies soll Sache der Länder bleiben, sagte Rau. Merkel hatte zuvor Änderungen beim umstrittenen "Turbo"-Abitur angemahnt. Falsch sei es, es beim gleichen Unterrichtsvolumen und auch bei den Lehrinhalten zu belassen, ohne auf die kürzere Gymnasialzeit einzugehen.
Vorreiter der Entwicklung waren das Saarland, das zum Schuljahr 2001/2002 das Abitur nach zwölf Schuljahren einführte, sowie Sachsen und Thüringen, die nach der Wiedervereinigung an dem zwölfjährigen Zeitrahmen der DDR festgehalten hatten.
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