Abgase strömen aus dem Auspuff eines Autos. | Bildquelle: dpa

Bericht zu Abgasskandal Berlin blockiert offenbar strengere Tests

Stand: 25.04.2017 12:48 Uhr

Die Bundesregierung schützt laut einem Medienbericht Autobauer vor harten Konsequenzen aus dem VW-Skandal. Entsprechende Pläne der EU-Kommission lehne sie in zentralen Punkten ab. Derweil hat das Umweltbundesamt Diesel-Abgase genauer untersucht - mit erschreckendem Ergebnis.

Der Abgasskandal bei Volkswagen hat weltweit für Empörung gesorgt. Doch welche Konsequenzen werden aus den millionenfachen Manipulationen und den damit verbundenen Schäden gezogen? Die Bundesregierung scheint nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" jedenfalls kein nennenswertes Interesse an größeren Veränderungen zu haben. Dem Bericht zufolge lehnt sie eine von der EU-Kommission geplante Reform der Autoabgas-Überprüfungen in zentralen Punkten ab.

Umweltbundesamt warnt vor Stickoxid-Belastung bei Diesel-Pkw
tagesschau 20:00 Uhr, 25.04.2017, Eva Lodde, ARD Berlin

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Demnach ist die Bundesregierung gegen Pläne der Brüsseler Behörde, nationale Aufsichtsbehörden wie das Kraftfahrtbundesamt stärker kontrollieren zu lassen, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Stellungnahme an die EU-Ratspräsidentschaft. Die EU-Kommission plant zudem empfindliche Geldstrafen von bis zu 30.000 Euro pro Fahrzeug für Hersteller, die bei den Abgaswerten manipulieren. Auch in diesem Punkt macht es die Bundesregierung der Kommission schwer: Berlin habe sich auch mehr als ein Jahr nach der Vorlage noch nicht zu den Plänen positioniert, erfuhr das Blatt nach eigenen Angaben aus EU-Kreisen.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte dazu gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio, es gebe "noch keine einheitliche Position der Regierung zu den Plänen der EU-Kommission. Die Gespräche darüber laufen noch."

Zeitplan kaum mehr einzuhalten

Ebenso lehne die Bundesregierung es ab, dass künftig Prüfdienste wie der TÜV nicht mehr direkt von Herstellern, sondern über ein Gebührensystem und den Staat bezahlt werden, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Zudem verzögere sie eine Entscheidung über Vorschläge der Kommission, Autos bei zu hohen Abgaswerten vom Markt zu nehmen.

Auch die Autoländer Spanien, Italien und Tschechien bremsen laut "Süddeutscher Zeitung" die Reformen in Brüssel aus. Einige Regierungen handelten mehr im Interesse ihrer Industrie als ihrer Bürger, warnten laut Zeitung EU-Vertreter. Der Zeitplan für einen Beschluss der zuständigen Minister über die geplanten Änderungen mit Blick auf die Abgas-Überprüfungen bis Ende Mai sei kaum noch einzuhalten.

Die Bundesregierung äußerte sich zunächst nicht zu dem Zeitungsbericht. Hintergrund der Pläne der EU-Kommission für eine strengere Überwachung der Auto-Industrie sind der Skandal um Abgasmanipulationen bei Volkswagen sowie der Schutz der Bürger und der Umwelt vor Gefahren durch überhöhte Schadstoffwerte.

Diesel viel schmutziger, als gedacht

Derweil sind neue Testergebnisse und Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) an die Öffentlichkeit gekommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur überschreiten moderne Diesel-Pkw im Alltag demnach die EU-Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide um ein Vielfaches. So kommen im Schnitt aus einem Diesel 767 Milligramm des Schadstoffs pro Kilometer aus dem Auspuff. Bisher war man offiziell von durchschnittlich 575 Milligramm Stickoxiden ausgegangen.

Selbst Diesel, die der aktuell gültigen Abgasnorm Euro 6 entsprechen, stoßen laut UBA deutlich mehr Abgase aus, als erlaubt: Auf der Straße im Schnitt 507 Milligramm Stickoxide pro Kilometer. Der Grenzwert liegt aber bei nur 80 Milligramm. Die Euro-6-Norm ist die strengste der Abgasnormen in der Europäischen Union. Seit September 2015 gilt sie für alle neuen Pkw.

Messung an einem Fahrzeug
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Messung an einem Fahrzeug: Diesel in Deutschland sind viel schmutziger, als bislang gedacht

Messung unter reellen Bedingungen

Rechtlich müssen die Diesel den EU-Abgasnormen aber bisher nicht auf der Straße, sondern nur im Labor entsprechen. Die oft sehr großen Unterschiede zwischen Abgaswerten im Labor und auf der Straße wurden erst durch den Abgas-Skandal bei VW einer breiten Öffentlichkeit bekannt, obwohl Umweltschützer schon länger darauf hinwiesen.

Um seine eigenen Werte zu ermitteln, wurden laut UBA anders als bisher für betriebswarme Motoren Messungen bei allen in Deutschland typischen Außentemperaturen berücksichtigt. An kühlen Tagen steigt der Stickoxid-Ausstoß stark an.

Bundesregierung blockiert angeblich strengere Abgastests
N. Barth, ARD Berlin
25.04.2017 07:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. April 2017 um 05:00 Uhr

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