Festnahmen in Aachen | Bildquelle: dpa

Nach Anti-Terroreinsatz in NRW Alle Verdächtigen von Alsdorf wieder frei

Stand: 17.11.2015 20:37 Uhr

Der Anti-Terroreinsatz der Polizei nahe Aachen dauerte Stunden, sieben Personen wurden festgenommen. Am Abend wurden dann alle Verdächtigen wieder freigelassen. Es bestehe kein Grund, sie festzuhalten, teilte die Polizei mit.

Die bei einem Großeinsatz nahe Aachen der nordrhein-westfälischen Polizei festgenommenen sieben Personen wurden wieder freigelassen. Es handele sich nicht um Personen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gesucht werden, sagte eine Polizeisprecherin. "Es besteht kein Grund, sie weiter festzuhalten."

Die Behörden hatten nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière gehofft, dass ihnen ein "dicker Fisch" ins Netz gegangen ist. Dies bestätigte sich nicht. Er bezog sich mit diesem Hinweis auf den international zur Fahndung ausgeschriebenen Salah Abdeslam. "Es bestand und besteht die Sorge, dass dieser Täter in europäische Nachbarländer flieht." Der 26-Jährige ist ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris.

Vorübergehende Festnahmen im Zusammenhang mit Paris
tagesschau 20:00 Uhr, 17.11.2015, Marie-Kristin Boese, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gefährdungslage "wirklich hoch"

Pressekonferenz von Innenminister de Maizière | Bildquelle: dpa
galerie

De Maizière betonte, dass es keinen Grund zur Panik gibt.

Die Fahndungsmaßnahmen in Alsdorf bei Aachen seien abgeschlossen, sagte de Maiziere. Alsdorf liegt knapp zwei Autostunden entfernt von Brüssel. In der belgischen Hauptstadt lebte Abdeslam mit seinen beiden Brüdern.

Offene und verdeckte Maßnahmen der Polizei würden fortgesetzt. Auch, um die Gefährderszene verunsichern. Dies gelte auch für die verstärkten Grenzkontrollen an der belgischen und der französischen Grenze, sagte de Maizière. Insgesamt sei "die Gefährdungslage wirklich hoch", es bestehe aber kein Grund zur Panik.

Ermittlungen zu syrischem Pass dauern an

De Maiziere äußerte sich auch kurz zum Stand zum Stand der Fahndung. Es sei noch nicht geklärt, ob die neben einem toten Attentäter in Paris gefundenen Papiere echt seien. Der syrische Pass sei offenbar identisch mit der Person, aber möglicherweise kein Originaldokument. Das Innenministerium stünde im engen Kontakt mit den serbischen Behörden, um alle Spuren zu verfolgen. Dort sowie in Griechenland und Kroatien hatte er sich registrieren lassen.

Derzeit könne nicht abschließend gesagt werden, ob der Täter ein Flüchtling sei, der vom IS nach Paris geschickt wurde oder ob es sich um einen "geschickten Schachzug" der Terrororganisation handelt, um die Menschen zu verunsichern. Es sei ungewöhnlich, dass sich der Mann in mehreren Ländern habe registrieren lassen.

Abdeslam auf der Flucht

Abdeslam ist auf der Flucht und gilt als einer der Hauptverdächtigen der Anschläge in Paris, bei denen am Freitag mindestens 129 Menschen starben. Zu den Anschlägen hat sich der IS bekannt, der Teile von Syrien und Irak kontrolliert. Er soll nach Informationen des ORF am 9. September über Deutschland nach Österreich gereist sein. Der 26-Jährige soll sich Anfang September auch zeitweise in Deutschland und Österreich aufgehalten haben, hieß es vom Wiener Innenministerium. Abdeslam sei in Begleitung von zwei weiteren Männern gewesen. Ihre Identität ist unklar.

Ein Sondereinsatz der belgischen Polizei mit Hausdurchsuchungen hatte am Montag keinen Erfolg gebracht. Die belgische Polizei veröffentlichte ein neues Fahndungsfoto des 26-Jährigen und warnte: "Salah Abdeslam wird als gefährlich eingestuft und könnte schwer bewaffnet sein." Wer wisse, wo sich Abdeslam aufhalte, solle sich bei der Polizei melden.

Die Polizei fand diesen Renault mit belgischen Nummernschildern | Bildquelle: AP
galerie

Die Polizei untersucht nun diesen Renault.

Am Samstag - also nach den Terroranschlägen von Paris - war Abdeslam nahe der belgischen Grenze von der französischen Polizei kontrolliert, aber nicht festgenommen worden. In dem VW Golf saßen zwei weitere Personen.

Abdeslam hatte vor den Anschlägen einen schwarzen VW Polo mit belgischem Kennzeichen angemietet, der in der Nähe des Club Bataclan gefunden wurde. Heute wurde in Paris ein weiterer von ihm angemieteter Wagen sichergestellt, ein schwarzer Renault Clio.

Darstellung: