Herrenlose Münzen

Rom

Herrenlose Münzen

Wo Europa drauf steht, da darf Rom nicht fehlen, dachte sich Chris Scherer, und schickte uns dieses Foto von der Piazza Navona in Rom. Er lebt seit sieben Jahren in der pulsierenden Stadt: "Hier entdecke ich jeden Tag etwas Neues und Altes. Hier spürt und lebt man die Vergangenheit und die Geschichte genauso wie das 'dolce vita'. Meraviglioso!"

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Am 25. März 1957 kamen die Staatsvertreter von Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Luxemburg und der Bundesrepublik Deutschland in Rom zusammen, um die römischen Verträge zu unterzeichnen. Die Geburtsstunde der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG und der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM hatte geschlagen. Vielleicht nahmen sich die Unterzeichner nach diesem geschichtsträchtigen Akt auch noch etwas Zeit, um ein wenig "dolce vita" in der ewigen Stadt zu genießen. Ein Muss für jeden Rom-Reisenden: eine Münze über die Schulter in die "Fontana di Trevi" zu werfen. Der Brauch verspricht den Werfenden eine Rückkehr nach Rom. Jede Menge Geld landet so täglich im Brunnen: schätzungsweise 3.000 Euro am Tag. Für... ja, für wen eigentlich?

Ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2003 erklärte das Geld zu „herrenlosem Gut“. Die Stadtverwaltung aber rettete sich vor Hobbysammlern und Münzdieben mit der geltenden Regelung, dass nur Bedienstete der Stadtverwaltung in den Brunnen steigen dürfen. Das Geld fließt seither an die Caritas. 

Stand: 25.05.2014 16:35 Uhr

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