Reiche Kultur, arme Bevölkerung

Brasov, Südkarpaten

Reiche Kultur, arme Bevölkerung

Bei einem Roadtrip mit einem ungarischen Freund schoss Jan Maaen diese bezaubernde Aufnahme von den Südkarparten in Rumänien. Die Gebirgskette verläuft durch Siebenbürgen und die Walachei. Jan Maaen ist von seiner Reise immer noch begeistert: "Die Karpaten sind trotz aller Armut unglaublich reich an Kultur und wunderschön. Außerdem leb(t)en hier zahlreiche unterschiedliche Ethnien zusammen, ein Europa im Kleinen."

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Knapp 260 Kilometer entfernt von dieser idyllischen Landschaft liegt Aninoasa, einst ein durch den Bergbau florierendes Städtchen. Im vergangenen Jahr meldete Aninoasa als erste Kommune in Rumänien Insolvez an. Ein trauriges Beispiel dafür, dass der EU-Beitritt im Jahr 2007 Rumänien nicht den erhofften Weg aus der Armut bereitet hat. Dabei galt das Land 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von 7 Prozent noch als osteuropäischer Tigerstaat. Doch die globale Finanzkrise zog Rumänien mit nach unten. Dass es nicht wieder aufwärts geht, ist auch ein hausgemachtes Problem: die Regierung könnte EU-Fördermittel nutzen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Zwanzig Milliarden Euro hätten dem Land seit 2007 aus dem Strukturfonds zugestanden. Abgerufen wurde aber nur ein Drittel der Gelder.

Ein Drittel - das ist auch die Anzahl der Bevölkerung, die in Rumänien an oder unter der Armutsgrenze lebt. Viele versuchen, dem Stillstand im eigenen Land zu entfliehen: Zwei Millionen Rumänen, knapp zehn Prozent der Bevölkerung, arbeiten im europäischen Ausland als Billiglöhner. Das Geld, das sie nach Hause senden, macht jährlich bis zu zehn Prozent des rumänischen Bruttoinlandsprodukts aus.

Stand: 25.05.2014 15:27 Uhr

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