CSU und FDP Verlierer der Europawahl in Deutschland

CSU-Plakate zur Europawahl (Bildquelle: dpa)

Verlierer der Europawahl in Deutschland

Sie haben's vergeigt

Der Anti-Europa-Kurs der CSU hat sich nicht ausgezahlt, im Gegenteil: Die Christsozialen fuhren das schlechteste Europawahlergebnis ihrer Geschichte ein. Die Partei rutschte in Bayern von 48,1 Prozent auf 40,5 Prozent ab und wird noch mit fünf Abgeordneten im EU-Parlament vertreten sein - drei weniger als bisher.

CSU-Chef Horst Seehofer räumte "eine herbe Enttäuschung" ein, schloss persönliche Konsequenzen als Reaktion auf das schlechte Ergebnis jedoch aus. Er wolle, wie vor der bayerischen Landtagswahl angekündigt, bis 2018 Ministerpräsident bleiben, sagte Seehofer nach einer Vorstandssitzung in München. "Da stehe ich im Wort bei der bayerischen Bevölkerung." Er wolle außerdem CSU-Chef bleiben. "Ich muss mich im Jahr 2015 wieder der Wahl stellen, und das habe ich auch vor."

Erstmals in der Parteigeschichte hat die CSU zudem stärker verloren als die CDU und das deutschlandweite Unionsergebnis somit nicht wie üblich verbessert. Unionsfraktionschef Volker Kauder formulierte es am Morgen danach so: "Die CSU ist selbst nicht glücklich über das Ergebnis. Auf der anderen Seite müssen wir sagen: Die CSU hat uns häufig auf Bundesebene zu guten Ergebnissen verholfen."

Bayerische Wähler verpassen CSU schlechtestes Europa-Ergebnis seit Jahrzehnten
tagesthemen 22:15 Uhr, 26.05.2014, Michael Stempfle, ARD Berlin

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Ursachenforschung

Im Wahlkampf hatte es Differenzen zwischen den Schwesterparteien gegeben. In der CDU war man nicht glücklich über den europakritischen und populistischen Kurs der CSU. Die Wähler in Bayern sahen das offenbar ähnlich.

Die CSU ist bereits in die Ursachenforschung eingestiegen. "Es gibt keinen Anlass, Europa insgesamt so kritisch zu betrachten", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und kritisierte damit deutlich Parteivize Peter Gauweiler. Dieser war vor allem mit schneidenden Attacken auf die EU-Kommission aufgefallen.

FDP-Absturz setzt sich fort

Ganz düster sieht es für die FDP aus. Nach der Bundestagswahl stürzt sie nun auch auf EU-Ebene ins Bodenlose: 3,4 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 11,0 Prozent. "Wir haben uns keine Illusionen gemacht, aber etwas mehr hatten wir uns schon erhofft", brachte FDP-Spitzenkandidat Alexander Graf Lambsdorff seine Enttäuschung zum Ausdruck.

Angesichts dieser desaströsen Situation forderte er nun "Konzepte statt Klamauk". Der Wiederaufbau von Vertrauen und Glaubwürdigkeit müsse nun vorangetrieben werden, dauere aber seine Zeit, sagte er im "Deutschlandfunk".

Stand: 26.05.2014 15:19 Uhr

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