Eilmeldung

Wegen Abgasskandal US-Chef Horn verlässt Volkswagen

Stand: 09.03.2016 23:07 Uhr

Der US-Vorstandschef von VW, Michael Horn, tritt wegen des Abgas-Skandals zurück. Eine im Februar eingereichte US-Sammelklage richtet sich unter anderem gegen Horn und andere hochrangige VW-Manager.

Knapp sechs Monate nach Bekanntwerden der Abgasaffäre tritt der US-Chef von Volkswagen Michael Horn mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Horn verlasse das Unternehmen, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden, teilte Volkswagen mit. Der Manager stand seit 2014 an der Spitze von VW in den USA. Nachfolger wird übergangsweise Hinrich J. Woebcken, der jüngst zum neuen Chef der Region Nordamerika ernannt worden war.

Sammelklage gegen den Konzern

Im Februar war vor einem Gericht in San Francisco eine Sammelklage gegen den Konzern eingereicht worden. Fast 200 VW-Kunden aus allen 50 US-Bundesstaaten werfen dem Wolfsburger Autobauer Betrug vor und fordern eine Entschädigung. Eine genaue Summe wurde in der Sammelklage nicht genannt, der Betrag könnte aber in die Milliarden gehen.

Auch hochrangige Manager der Konzerne sollen persönlich haften - darunter auch Horn. Genannt wurden außerdem der ehemalige VW-Vorsitzende Martin Winterkorn, sein Nachfolger Matthias Müller, Audi-Chef Rupert Stadler, Frank Tuch (VW-Qualitätssicherung), Bosch-Chef Volkmar Denner, Detlev von Platen (Porsche Amerika), Scott Keough (Audi Amerika) sowie die ehemaligen VW-Ingenieure Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz.

Durch Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte war in den USA durch die Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht worden. VW hatte daraufhin den Einsatz einer illegalen Software zugegeben, durch die Stickoxid-Werte von Dieselautos nur auf dem Prüfstand eingehalten werden. Weltweit sind von dem Betrug rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Während VW in den USA noch mit den Behörden über die Reparatur beziehungsweise den Austausch der Fahrzeuge verhandelt, ist der Rückruf in Europa bereits angelaufen.

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