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Abdelhamid Abaaoud | Bildquelle: AP

Staatsanwaltschaft bestätigt Tod Drahtzieher der Pariser Anschläge getötet

Stand: 19.11.2015 14:28 Uhr

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft bei dem Einsatz in Saint-Denis getötet worden.

Der als Drahtzieher der Terroranschläge von Paris geltende Abdelhamid Abaaoud ist tot. Er sei bei der gestern im Pariser Vorort Saint-Denis durchgeführten Razzia der Polizei getötet worden, teilte die französische Staatsanwaltschaft mit. Bei der Aktion hatten die Sicherheitskräfte gezielt nach Abaaoud gesucht. Auswertungen überwachter Telefongespräche hatten die Ermittler auf die Spur gebracht. Daraus ergaben sich Hinweise, dass Abaaoud sich in der ausgemachten Wohnung aufhalten könnte.

Bei der Razzia waren acht Verdächtige festgenommen worden. Schnell wurde bekannt, dass sich Assoud nicht unter den Festgenommenen befindet. Zudem kamen bei der Polizeiaktion zwei Menschen ums Leben, deren Identität zunächst unklar war.

Identität durch Fingerabdrücke bestätigt

Ein Leichnam wurde in einer Wohnung entdeckt, die die Einsatzkräfte gestürmt hatten. Er sei von mehreren Kugeln getroffen worden. Die Untersuchung der Leiche habe nun bestätigt, dass es sich bei dem Toten um den mutmaßlichen Drahtzieher handelt, sagte der Pariser Staatsanwalt Francois Molins. Das hätte ein Abgleich der Fingerabdrücke ergeben. Bei dem zweiten Todesopfer handelt es sich um eine Frau, die sich vermutlich mithilfe einer Sprengstoffweste selbst in die Luft sprengte. Auch über sie gibt es Spekulationen. So berichtet Radio Télévision Belge France, die Frau sei eine Cousine von Abaaoud gewesen.

Die Gründe, aus denen sich die Staatsanwaltschaft mit einer Bestätigung zunächst zurückgehalten hatte, könnten aus Sicht von ARD-Korrespondent Jan Philipp Burghard auch einen ermittlungstaktischen Hintergrund gehabt haben. Eine Quelle im US-Außenministerium habe ihm gesagt, man habe dort gestern konkrete Hinweise auf Abaaouds Tod gehabt. Vielleicht wollten die französischen Ermittler dessen Umfeld mit der aktuellen Unklarheit beunruhigen.

Der 28 Jahre alte Abaaoud galt als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er hatte marokkanische Wurzeln und lebte früher im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

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