Der Rechtsextreme Jair Bolsonaro nach der Stimmabgabe in Rio de Janeiro | Bildquelle: FERNANDO MAIA/EPA-EFE/REX/Shutte

Bolsonaro siegt in Brasilien Rechtsextremer wird neuer Präsident

Stand: 28.10.2018 23:52 Uhr

Politischer Rechtsruck in Brasilien: Das Land wird künftig von dem Rechtsextremen Jair Bolsonaro regiert. Er setzte sich in der Stichwahl gegen Fernando Haddad von der Arbeiterpartei durch.

Der Rechtsextreme Jair Bolsonaro hat die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen. Laut Wahlamt entfallen auf den Ex-Militär nach Auszählung fast aller Stimmen rund 55,5 Prozent. Sein Gegner Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei erhält 44,5 Prozent.

Die Wahl Bolsonaros könnte einen radikalen Politikwechsel in Brasilien nach sich ziehen. Der frühere Fallschirmjäger will den Zugang zu Waffen erleichtern, wichtige Ministerien mit Militärs besetzen und möglicherweise aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen.

Bolsonaro hatte sich im Wahlkampf als Kämpfer gegen die korrupten Eliten und die Kriminalität im Land positioniert. Bei vielen Brasilianern traf er mit derartigen Botschaften einen Nerv. Brasilien war von einem massiven Korruptionsskandal rund um den staatlichen Ölriesen Petrobras, einer anhaltenden Rezession und hohen Mordraten erschüttert worden.

Wahlkampf mit Hetze

Bolsonaro hatte immer wieder Frauen, Schwarze sowie Homosexuelle beleidigt. Er hegt Sympathie für die Militärdiktatur (1964-1985). Unter Linken, Menschenrechtlern und Minderheiten geht die Angst um, Bolsonaros Hasstiraden könnten zu Gewalt gegen Homosexuelle, Schwarze und Indigene führen. Kurz vor der Wahl hatte der Ex-Militär angekündigt: "Es wird eine in Brasilien niemals gesehene Säuberung geben."

Unterstützer des rechtsextremen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro | Bildquelle: REUTERS
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Unterstützer des rechtsextremen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro feiern in São Paulo.

Die Arbeiterpartei seines unterlegenen Gegners Haddad war tief verstrickt in die Schmiergeldaffäre. Sie regierte das Land von 2003 bis 2016. Der beschädigte Ruf der Partei ließ auch Haddads Wahlkampagne nicht recht vom Fleck kommen. Auch Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Haddads politischer Ziehvater, sitzt wegen Korruption im Gefängnis.

In der ersten Runde der Wahl war Bolsonaro auf 46 Prozent gekommen und Haddad auf 29 Prozent.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Oktober 2018 um 22:50 Uhr.

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