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Unicef-Vorsitzende Simonis tritt zurück
Nach erneutem Krisentreffen der deutschen Sektion

Unicef-Vorsitzende Simonis tritt zurück

Die ehrenamtliche Vorsitzende von Unicef-Deutschland, Heide Simonis (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die ehrenamtliche Vorsitzende von Unicef-Deutschland, Heide Simonis, ist zurückgetreten. ]
Die andauernde Krise bei der deutschen Sektion des Kinderhilfswerks hat nun personelle Konsequenzen: Die Vorsitzende von Unicef Deutschland, Heide Simonis, tritt nach Angaben eines Sprechers zurück und mit sofortiger Wirkung auch aus dem Vorstand aus. Simonis habe ihren Rücktritt erklärt, "um Unicef vor weiterem Schaden zu bewahren und einen Neuanfang zu ermöglichen".

Der Vorstand habe Simonis für ihre Arbeit in den vergangenen zwei Jahren gedankt und den früheren Vorsitzenden Reinhard Schlagintweit gebeten, für eine Übergangszeit erneut den Vorsitz zu übernehmen. Zuvor waren die Mitglieder in Frankfurt am Main zusammengekommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Simonis kritisiert Vorstand

Simonis hatte noch Mitte vergangenen Monats erklärt, sie sei nicht amtsmüde und wolle weiter für eine uneingeschränkte Finanztransparenz bei dem Kinderhilfswerk kämpfen. Dabei sah sie viele ehrenamtliche Mitarbeiter auf ihrer Seite. Die Mitarbeiter forderten mehr Transparenz bei den Spendeneingängen und eine bessere Kontrolle der Geschäftsvorgänge bei Unicef, erklärte die frühere Regierungschefin jetzt. Verstöße bei der Vergabe, Durchführung und Kontrolle von Transaktionen müssten künftig ausgeschlossen sein. "Der Vorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung will sich diesen Aufgaben ganz offensichtlich nicht stellen", kritisierte Simonis. "Unsere Ansichten divergieren in unüberbrückbarer Weise."

Vorwürfe der Untreue und Verschwendung

Unicef Deutschland war durch Verschwendungsvorwürfe sowie durch Streit zwischen der Vorsitzenden Simonis und Geschäftsführer Dietrich Garlichs in die Schlagzeilen geraten. Garlichs war vorgeworfen worden, externe Gutachter zu großzügig honoriert zu haben. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hatte festgestellt, dass es keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, persönliche Vorteilsnahme oder Bereicherung gebe. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt jedoch wegen eines Anfangsverdachts der Untreue gegen ihn. Bei einer Vorstandssitzung Mitte Januar hatten Simonis und Garlichs versichert, dass sie nach monatelangem Konflikt wieder zusammenarbeiten wollten. Der Vorstand hatte Garlichs damals das Vertrauen ausgesprochen.

Unicef weist neue Vorwürfe zurück

Ein Sprecher von Unicef Deutschland wies gegenüber tagesschau.de neue Vorwürfe der "Frankfurter Rundschau" zurück, nach denen der Verwaltungsaufwand der Organisation deutlich höher liege, als dies die offiziellen Angaben nahelegten. Bei den Berechungen der Zeitung seien Beträge mit einbezogen worden, die nicht zu diesem Posten gehören. Alle Posten seien auch im Geschäftsbericht klar ausgewiesen, der im Internet abrufbar ist. Bei den Spenden liege der Verwaltungsanteil bei der deutsche Sektion des Kinderhilfswerks, wie von ihr angegeben, bei unter zehn Prozent.

Stand: 02.02.2008 17:42 Uhr

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