Dragon Crew | Bildquelle: NASA HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstoc

"Crew Dragon" verlässt ISS SpaceX-Astronauten kehren zurück

Stand: 02.08.2020 01:53 Uhr

Nach zwei Monaten im All ist ein Astronauten-Duo der NASA an Bord der "Crew Dragon" auf dem Rückweg in Richtung Erde. Die Kapsel soll im Wasser landen. Ein wichtiger Sieg für SpaceX gegen die Konkurrenz.

Von Ute Spangenberger, SWR

Wenn die NASA-Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken von der ISS zurückkehren, haben sie eine kleine US-Flagge mit im Gepäck. Die Flagge ist eine Art Trophäe: Hurley hatte sie 2011 selbst auf der ISS zurückgelassen für die nächsten Astronauten, die von amerikanischem Boden zur ISS fliegen würden.

Dass dies neun Jahre dauern würde, hatte Hurley sicher nicht gedacht. Und dass er damals als Pilot der letzten "Space Shuttle"-Mission der NASA zur ISS flog und nun als Erster wieder ins All aufbrach, das hat den Charakter eines Hollywood-Drehbuchs.

Doug Hurley und Bob Behnken | Bildquelle: AFP
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Doug Hurley (links) war schon 2011 auf der ISS. In diesem Jahr flog Bob Behnken (rechts) mit ihm.

Abdocken im All

Bevor die USA ihre Helden feiern können, müssen sie sicher zur Erde zurückkommen. ESA-Astronaut Matthias Maurer, der als nächster Deutscher zur ISS fliegen wird, erklärt, was nach dem Abdocken im All passiert: "Zuerst muss die Kapsel zünden, um sie wieder in die Atmosphäre zu drücken. Dort wird sie dann durch die Atmosphäre selbst abgebremst und es entsteht Wärme, also Hitze." Deswegen habe die Kapsel ein Hitzeschutzschild.

SpaceX-Raumkapsel dockt von ISS ab
tgaesschau24 09:00 Uhr, 02.08.2020

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Nach dem Eintauchen in die Atmosphäre gingen zehn Kilometer über der Erde die ersten Fallschirme auf. "In der Höhe von sechs Kilometern gehen dann die Hauptfallschirme auf und man landet."  

Gefragt nach dem gefährlichsten Moment beim Rückflug sagt Maurer: "Die Kapsel muss stabil durch die Atmosphäre durchgleiten, damit immer das Hitzeschutzschild vorne ist. Elon Musk hat in einem Interview gesagt, dass das seiner Meinung nach der spannendste Moment ist."

Kapsel der Apollo-13-Mission im Pazifik | Bildquelle: picture alliance / NASA via Cons
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Die Kapsel wird auf dem Wasser landen - so wie die Apollo-13.

Erste Wasserlandung seit den 1970er-Jahren

Die Sekunden, wenn die Kapsel auf der Erde aufsetzt, werden bei vielen Menschen Erinnerungen wecken, die die Apollo-Landungen verfolgt haben. Zum ersten Mal seit den siebziger Jahren werden Astronauten wieder auf dem Wasser landen. Die "Sojus"-Kapseln und die "Space Shuttle" hatten auf Land aufgesetzt.

"Ja, das weckt Erinnerungen an Apollo und die Mondlandungen", sagt Weltraumexperte Gerhard Daum. "Der große Unterschied ist: Die "Apollo"-Kapsel kam direkt aus dem Mondorbit und flog mit einer viel höheren Geschwindigkeit Richtung Erdatmosphäre als es die "Crew Dragon" tun wird". Ein optischer Unterschied sei außerdem, dass die "Crew Dragon" vier Hauptfallschirme habe - die "Apollo"-Kapsel hatte nur drei.

Aus Astronautensicht seien Wasserlandungen nicht so angenehm, sagt ESA-Astronaut Maurer. Grund sei der Wellengang:

"Da wird man nochmal ordentlich durchgeschüttelt. Normalerweise ist den Astronauten allein schon von der Rückkehr aus dem All mit dem Fallschirm etwas grün um die Nase. Aber wenn dann noch die Wasserlandung dazukommt, dann kann das schon etwas rauer werden."

Sieg im Wettstreit gegen Boeing?

Nach ihrem etwa 19-stündigen Rückflug werden die beiden US-Astronauten öffentlichkeitswirksam dem SpaceX-Chef Elon Musk die US-Flagge von der ISS überreichen. Sie symbolisiert nicht nur, dass SpaceX erfolgreich ins All geflogen ist. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Mission würde SpaceX auch einen Wettstreit gegen die Konkurrenz von Boeing gewinnen.

Beide Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren ein Raumschiff entwickelt, unterstützt mit finanziellen Mitteln der NASA. Nachdem SpaceX im März 2019 erfolgreich unbemannt zur ISS gestartet war, hatte das Unternehmen von der NASA den Zuschlag für einen bemannten Flug bekommen. Boeing hingegen war im Dezember 2019 mit dem unbemannten Testflug der sogenannten "Starliner"-Kapsel gescheitert und muss diesen nun nachholen.

Sollte die SpaceX-Mission dieses Wochenende erfolgreich verlaufen, wird das Unternehmen in Zukunft routinemäßig zur ISS fliegen. Damit gäbe es mit der "Crew Dragon" von SpaceX, der "Sojus"-Kapsel der russischen Weltraumorganisation Roskosmos und irgendwann Boeing insgesamt drei Anbieter.

SpaceX Crew Dragon | Bildquelle: AP
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Ein Foto der NASA zeigt die "Crew Dragon"-Kapsel (rechts) - sie soll heute zur Erde zurückkehren.

Zukunft der bemannten Raumfahrt

Weltraumexperte Daum glaubt, dass es in Zukunft zwei Arten von Flügen ins All geben wird: "Zum einen Flüge zum Austausch der Langzeitbesatzungen auf der ISS, durchgeführt von der NASA und Roskosmos; und zum anderem wird es kurze, bis zu zehntägige sogenannte Touristenflüge zur ISS geben. Pro Jahr werden das drei bis vier "Sojus"-Flüge und je ein bis zwei "Crew Dragon" und "Starliner"-Flüge sein."

Für die Zukunft plant SpaceX-Chef Musk Großes. Er möchte zum Mars fliegen - zunächst unbemannt. Außerdem ist SpaceX im Rennen um eine Landefähre beim "Artemis"-Mondprogramm der NASA. 2024 will die USA wieder bemannt auf dem Mond landen. Mehrere Firmen, darunter SpaceX mit seinem Raumschiff "Starship", haben sich beworben, um das Mondlandemodul zur Mission beizusteuern.

Es ist also wahrscheinlich, dass die US-Flagge nach einem Zwischenstopp auf der Erde bald wieder auf Reisen geht. Bereits 1969 bei der ersten Mondlandung wusste die NASA um die Macht der Bilder. Der Moment, als Neil Armstrong die Fahne auf dem Mond aufstellte, ging in die Geschichte ein.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. August 2020 um 09:00 Uhr.

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