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CIA: Ende für Geheimgefängnisse und Waterboarding?
CIA-Chef kündigt Kurswechsel an

Ende für Geheimgefängnisse und Waterboarding?

CIA-Direktor Leon Panetta hat erklärt, der Geheimdienst betreibe keine Geheimgefängnisse mehr. Die Einrichtungen würden allesamt aufgegeben, Verträge mit Bewachungsfirmen gekündigt.

Leon Panetta (Foto: AFP) [Bildunterschrift: CIA-Chef Panett war Stabschef von Ex-Präsident Bill Clinton. ]
"Die CIA betreibt keine Geheimgefängnisse oder 'Schwarze Stätten' mehr und plant, die noch bestehenden außer Dienst zu stellen", heißt es in einem Schreiben an die Geheimdienstmitarbeiter.

Auch "erweiterte Verhörtechniken", die das Justizministerium zwischen 2002 und 2009 genehmigt habe, würden nicht mehr eingesetzt. Für Verhöre sollen künftig keine von außen angeheuerten Helfer mehr eingesetzt werden.

"Keine Toleranz für unangemessenes Verhalten"

Gefangene sollten künftig in einem "Dialog-Stil" verhört werden, der den offiziellen Vorgaben des Handbuchs der US-Armee entspreche. Darin sind "harsche Verhörmethoden" wie das als Waterboarding bekannte simulierte Ertränken von Verdächtigen verboten. Die CIA werde "unangemessenes Verhalten und Verdachtsmomente auf Missbrauch" nicht tolerieren, betonte er. Dies gelte auch für Verdächtige im Gewahrsam verbündeter Staaten.

Panetta machte aber auch klar, dass die CIA "weiterhin die Autorität hat, Einzelpersonen vorübergehend und für kurze Zeit festzuhalten". Die "entschlossene Jagd" auf Mitglieder von Terrororganisationen wie Al Kaida gehe unverändert weiter.

Waterboarding auch beim 09/11-Chefplaner

Menschenrechtsaktivisten simulieren das "Waterboarding" (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Menschenrechtsaktivisten simulieren "Waterboarding" - und protestieren gegen dessen Einsatz. ]
Die CIA hatte eingeräumt, bei mindestens drei Gefangenen das Waterboarding angewendet zu haben, darunter auch bei dem mutmaßlichen Chefplaner der Anschläge von 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed. US-Präsident Barack Obama hatte die Verhörmethode kurz nach seinem Amtsantritt im Januar untersagt und auch angekündigt, dass künftig mit den geheimen CIA-Gefängnissen Schluss sein soll.

Nach den Erkenntnissen eines Ermittlers des Europarates betrieb die CIA zwischen 2002 und 2005 Geheimgefängnisse in Polen und Rumänien. Die damaligen Präsidenten beider Länder, Aleksander Kwasniewski und Ion Iliescu, hätten diese Geheimgefängnisse erlaubt, heißt es in einem Mitte 2007 vorgestellten Bericht. Polen und Rumänien hatten die Vorwürfe allerdings zurückgewiesen.

Präsident Bush hatte 2006 erstmals die Existenz der Einrichtungen öffentlich zugegeben. Die USA haben dem Bericht zufolge mit ihren NATO-Partnern 2001 einen Geheimvertrag geschlossen, um in Folge der Terroranschläge von 11. September 2001 illegale Praktiken wie die Entführung Terrorverdächtiger und ihre Inhaftierung zu ermöglichen.

Stand: 10.04.2009 01:13 Uhr
 

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