Verhandlungen auf Zypern Sie sprechen wieder

Stand: 11.02.2014 16:09 Uhr

Der Präsident der Republik Zypern, Nicos Anastasiades (links) und der Verhandlungsführer der türkischen Zyprer, Dervis Eroglu, schütteln sich die Hände.
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Der Präsident der Republik Zypern, Nicos Anastasiades (links) und der Verhandlungsführer der türkischen Zyprer, Dervis Eroglu, schütteln sich die Hände.

Griechische und türkische Zyprer wollen gemeinsam nach einer Lösung des seit 40 Jahren andauernden Konfliktes suchen. Damit geht eine zweijährige Funkstille zu Ende. Die Vertreter beider Seiten, Nikos Anastasiades und Dervis Eroglu, kamen am alten Flughafen von Nikosia zusammen. Das Treffen dauerte rund eineinhalb Stunden. Sie vereinbarten, an einem neuen System zur Bildung einer Förderation zu arbeiten.

Ziel der Gespräche ist die Schaffung unabhängiger Verwaltungen in beiden Landesteilen, aber einer gemeinsamen Außenvertretung. Die Gespräche über eine Wiedervereinigung standen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Unakzeptable Situation

"Der jetzige Stand der Dinge ist unakzeptabel", sagte die UN-Sonderbeauftragte für die Zypernfrage, Lisa Buttenheim in Nikosia. Darüber seien beide Volksgruppenführer einig. Eine Lösung solle "so bald wie möglich" erarbeitet und bei getrennten Volksabstimmungen von griechischen und türkischen Zyprern gebilligt werden.

"Ich hoffe, dass der heutige Tag der Anfang vom Ende eines unakzeptablen Zustandes wird, der unsere Insel und unser Volk seit 40 Jahren geteilt hält", sagte der zyprische Präsident Nikos Anastasiades nach dem Treffen. Auch der Verhandlungsführer der türkischen Zyprer, Dervis Eroglu, äußerte die Hoffung auf eine baldige Lösung. Wenn auch mit Verspätung seien nun die Gespräche zustande gekommen, meinte Eroglu im türkischzyprischen Fernsehen. "Die Lösung werden wir bei den Verhandlungen finden."

Konföderation - aber wie?

Gesucht wird nach einer föderalen Lösung auf der Grundlage von politischer Gleichheit der beiden Volksgruppen. Genau das ist das Kernproblem, an dem bislang alle Bemühungen zur Überwindung der Teilung scheiterten: Die griechischen Zyprer streben eine Föderation zweier Bundesstaaten mit einer starken Zentralregierung an. Die türkischen Zyprer wollen dagegen eine lose Konföderation zweier weitgehend unabhängiger Staaten.

Der seit Jahrzehnten ungelöste Zypern-Streit belastet auch die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU. Die EU erneuerte nun ihr Angebot, bei der Überwindung der Teilung zu helfen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Endlich kommt es zu neuer Dynamik in der Zypernfrage. Ich begrüße die Bereitschaft und den politischen Mut von Präsident Anastasiades und Volksgruppenführer Eroglu, eine Lösung dieses lange schwelenden Konfliktes in nicht ganz einfachen Zeiten mit neuer Kraft anzugehen", erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Februar 2014 um 20:00 Uhr.

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