Die Flaggen des türkischen und des griechischen Teil Zyperns wehen zwischen zwei Minaretttürmen. | Bildquelle: dpa

Vereinte Nationen optimistisch "Erhebliche Fortschritte" bei Zypern-Gesprächen

Stand: 12.11.2016 02:42 Uhr

Die Vereinten Nationen sehen die Gespräche über eine Wiedervereinigung Zyperns auf gutem Wege. "Erhebliche Fortschritte" seien erzielt worden. Die Verhandlungen wurden nach fünf Tagen unterbrochen und sollen am 20. November fortgesetzt werden.

Die Verhandlungen über eine Beilegung des Zypern-Konflikts sind unterbrochen worden, kommen nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) aber voran. "Es wurden erhebliche Fortschritte erzielt", hieß es in einer Mitteilung. Die Gespräche sollen am 20. November in Genf fortgesetzt werden.

Seit Montag hatten Zyperns Präsident Nikos Anastasiades und der Präsident der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci, im schweizerischen Ferienort Mont Pelèrin verhandelt.

Abgeschirmt von der Öffentlichkeit sprachen sie unter anderem über die Grenzziehung zwischen dem türkisch-zyprischen Norden und dem griechisch-zyprischen Süden. Dieses Thema soll auch bei den Gesprächen in Genf im Mittelpunkt stehen, hieß es nach Angaben aus Verhandlungskreisen der griechischen Zyprer.

Blick auf die von der UN bewachte Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil Zyperns | Bildquelle: dpa
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Blick auf die von der UN bewachte Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil Zyperns (Bild vom Juli 2014)

Das Ziel: ein föderaler Bundesstaat

Angestrebt wird ein föderaler Staat mit zwei politisch gleichberechtigten Bundesländern. Anastasiades und Akinci wollen bei ihren Gesprächen bestimmen, welche der zurzeit von türkischen Truppen besetzten Gebiete an die griechischen Zyprer zurückgegeben werden sollen.

Anastasiades hofft, dass die innerzyprischen Grenzlinien genau kartiert werden. Die türkisch-zyprische Seite will zunächst nur allgemeine Prinzipien erörtern und das Thema später zusammen mit Sicherheitsfragen klären. Gelingt am 20. November ein Durchbruch, dann soll eine Konferenz unter Beteiligung der Türkei, Griechenlands, der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, der UN und der EU folgen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuletzt gesagt, "die Perspektive einer Lösung für Zypern" sei "in Reichweite".

Seit 1974 faktisch geteilt

Zypern ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland gestützten griechisch-zyprischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 faktisch geteilt. Mehrere Versuche einer Aussöhnung gingen ins Leere, 2004 scheiterte ein von den UN vorgelegter Plan für eine Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel. Im Mai 2015 wurden die Verhandlungen unter UN-Vermittlung wieder aufgenommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. November 2016 um 17:36 Uhr

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