Nikos Anastasiades | Bildquelle: REUTERS

Wahl in Zypern Präsident Anastasiades darf nochmal

Stand: 04.02.2018 19:08 Uhr

Kein Machtwechsel in Zypern: Der konservative Amtsinhaber Anastasiades ist als Sieger aus der Stichwahl ums Präsidentenamt hervorgegangen. Der linksgerichtete Herausforderer Malas unterlag deutlich.

Der amtierende konservative Präsident Nikos Anastasiades kann auf Zypern in den kommenden fünf Jahren weiterregieren. Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am Sonntag errang der Staatschef nach dem amtlichen Endergebnis 56 Prozent der Stimmen. Sein linksgerichterer Herausforderer Stavros Malas kam auf 44 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 73 Prozent.

Anastasiades hat angekündigt, dass eine zweite fünfjährige Amtszeit seine letzte wäre. Er hatte die Wähler gebeten, seiner Erfahrung zu vertrauen, um dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft weiter wachse. Der 50-jährige Malas sagte, er stehe für Wandel in einem ausgelaugten politischen System, in dem gewöhnliche Zyprer zu kurz kämen.

Stavros Malas | Bildquelle: dpa
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Gegenkandidat Stavros Malas wird von der kommunistisch geprägten AKEL-Partei unterstützt.

Viele Wähler waren zuvor unentschieden

Ein zentraler Faktor bei der Stichwahl war die Frage, wie sich Wähler entscheiden würden, die in der ersten Wahlrunde weder Anastasiades noch Malas unterstützt hatten. Mehr als ein Drittel der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang ging an andere Kandidaten, knapp 28 Prozent der 551.000 Wahlberechtigten stimmten gar nicht ab.

"Unser Land ist noch immer mit Problemen konfrontiert und was benötigt wird, ist die Zusammenarbeit von uns allen", sagte Anastasiades nach der Stimmabgabe. Malas wandte sich an junge Wähler, Frauen und Arbeiter, die noch Auswirkungen der Finanzkrise spürten, die vor knapp fünf Jahren fast zum Bankrott des Landes geführt hatte. "Wir wollen Brücken zwischen staatlichen Institutionen und Bürgern bauen", sagte er bei der Stimmabgabe. "Und der beste Weg, um das zu tun, ist immer die Wahrheit zu sagen, Wahrheit, Wahrheit und keine Lügen."

Zypern wurde 1974 in einen international anerkannten griechisch-zyprischen Süden und einen abtrünnigen türkisch-zyprischen Norden geteilt. Damals war die Türkei nach einem Putsch von Unterstützern eines Zusammenschlusses mit Griechenland einmarschiert. Die Wahl am Sonntag fand im Süden Zyperns statt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Februar 2018 um 17:15 Uhr.

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