türkische Flagge hinter Stacheldraht | Bildquelle: dpa

Konferenz im Januar Zypern-Gespräche gehen in Verlängerung

Stand: 13.01.2017 00:43 Uhr

Ein konkretes Ergebnis gibt es noch nicht: Die Gespräche um die geteilte Insel Zypern sind zu Ende gegangen. Doch es soll weitergehen. Im Januar wollen die Verhandlungsparteien über die Sicherheitsmaßnahmen bei einer Vereinigung beraten.

Die Zypern-Gespräche gehen in die Verlängerung. Die Außenminister der drei Garantiemächte Griechenland, Türkei und Großbritannien haben ein Genfer Treffen um eine mögliche Wiedervereinigung vorerst ohne konkretes Ergebnis beendet. Nach Angaben des zyprischen Regierungssprechers Nikos Christodoulides wird im Januar weiter verhandelt, um die seit 43 Jahren geteilte Insel zu einem Staat zusammenzuführen.

Dann sollen Experten zusammenkommen, um verbleibende Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen festzustellen. Sobald ein entsprechender Bericht vorliegt, werde es ein weiteres Treffen der Außenminister geben, sagte Christodoulides.

Offene Fragen zur Sicherheit

Für den Termin der Neuverhandlungen wurden unterschiedliche Tage genannt: Während Christodoulides vom 18. Januar ausging, nannte der griechische Außenminister Nikos Kotzias den 23. Januar. Die türkische Seite ging von einem späteren Zeitpunkt aus.

Feststeht, dass in der nächsten Verhandlungsrunde die Sicherheitsvorkehrungen für eine mögliche Wiedervereinigung Zyperns noch einmal besprochen werden. Sie gelten als eine der größten Baustellen im jahrzehntelangen Friedensprozess.

Kotzias sagte, die größte Meinungsverschiedenheit gebe es weiterhin, weil die türkische Seite darauf beharre, Truppen in Zypern zu behalten. Außerdem fordere die Türkei ein Recht auf militärisches Eingreifen, was Griechenland ablehnt.

Guterres hofft auf Durchbruch

Die Verhandlungsführer der beiden Bevölkerungsgruppen, Nikos Anastasiades für den Süden und Mustafa Akinci für den Norden, verdienten wegen ihrer hervorragenden Vorarbeit Oscars, sagte Guterres in Anlehnung an die Auszeichnung für Filmschauspieler.

Sie hatten in Vorgesprächen unter anderem über die Grenzziehung, Kompensation für Vertriebene und Landrückgabe Fortschritte gemacht. "Ich hoffe auf einen Durchbruch", sagte Guterres. "Das verdienen die Menschen in Zypern, und das ist, was die Welt heute braucht. Wir haben so viele Desastersituationen in der Welt - wir brauchen ein Symbol der Hoffnung."

Historische Verhandlungen

Erstmals saßen in Genf Vertreter der beiden Bevölkerungsgruppen, der türkischen und der griechischen Zyprer, mit den Außenministern der Garantiemächte Türkei, Griechenland und Großbritannien zusammen.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Invasion 1974 geteilt. Im türkischen Norden leben nach Schätzungen 300.000 Menschen, darunter 135.000 türkische Zyprer und viele Siedler aus Anatolien.

Im griechischen Süden leben knapp 900.000 Menschen. Die ganze Inselrepublik ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU-Recht gilt aber nicht im international nicht anerkannten Nordteil der Insel. Angestrebt wird eine Föderation mit zwei gleichberechtigten Bundesstaaten.

Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident, zur Zypern-Konferenz
12.01.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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