London: Wie normal wird der kleine Prinz aufwachsen?

Britische Titelbilder am Tag nach der Geburt (Bildquelle: AP)

Geburt des britischen Thronfolgers

So viel Normalität wie möglich

Ganz Großbritannien hatte seiner Geburt entgegengefiebert, begleitet von einem gewaltigen Medienhype. Wie wird Nummer drei in der Thronfolge jetzt aufwachsen? Wieviel Normalität wird für den kleinen Prinzen möglich sein?

Von Torsten Huhn, ARD-Hörfunkstudio London

Das Titelbild der Zeitung "The Sun" (Bildquelle: AFP)
galerie

Die britische Zeitung "The Sun" nannte sich heute "The Son" - der Sohn.

Die beste Idee bei den Zeitungsschlagzeilen hatte das britische Boulevardblatt "The Sun" - die Sonne. Sie änderte ihren Titel in "The Son" - also: der Sohn. Nur das Foto dieses Sohnes und Thronfolgers, das fehlt noch. Darauf hoffen die Briten für heute, alle erwarten, dass die Herzogin von Cambridge mit ihrem Baby auf dem Arm aus dem Krankenhaus kommt und sich den Fotografen und Kameraleuten stellt. Dann wird es die ersten Bilder des Neugeborenen geben.    

Nach der Geburt bewegt die Briten aber auch die Frage, wie der jüngste Thronfolger aufwachsen wird. "Der Herzog und die Herzogin von Cambridge werden sagen: Viele Menschen sind an diesem Kind interessiert", meint die Königshausexpertin Sue Pollard. Aber sie würden nicht wollen, dass es eingeschüchtert wird - und auf keinen Fall, dass es keine normale, glückliche Kindheit erlebt.

Medienhype ums "Royal Baby"
T. Huhn, ARD London
23.07.2013 14:06 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

"William wünscht sich Normalität für sein Kind"

Wie also wird dieses Kind aufwachsen, wie viel Normalität ist möglich? Darüber wird jetzt heftig spekuliert. "William hätte gerne, dass dieses Kind ein weitgehend normales Leben führen kann", sagt die Journalistin und Autorin Penny Junor.

Er selbst habe ein relativ normales Leben genießen können - und vor allem seine Zeit an der Universität von St. Andrews gemocht. "Die Menschen haben ihn nicht verfolgt und ihn nicht fotografiert. Die Medien haben die getroffenen Vereinbarungen akzeptiert und sich zurückgehalten", meint Junor. Und das hätte William auch gerne für sein eigenes Kind.

Nachwuchs im britischen Königshaus
tagesschau 16:00 Uhr, 23.07.2013, Volker Steinhoff, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Hilfe von den Schwiegereltern?

Helfen könnten ihm dabei seine Schwiegereltern, die Middletons. Denn die führen ein normales, gutbürgerliches Leben in einem kleinen Ort auf dem Land. William schätzt diese Lebensweise abseits der Regeln, die in den königlichen Palästen gelten. "Ich glaube, dass die Middletons eine wichtige Rolle beim Aufziehen dieses Kindes spielen werden", sagt Junor.

"Carole Middleton ist die einzige Großmutter, denn traurigerweise lebt Diana nicht mehr", erklärt sie weiter. William schätze die Middletons: Sie führen zusammen in den Urlaub und hätten letzte Weihnachten zusammen verbracht: "Er liebt es, sich in ihrer ganz normalen Welt aufzuhalten." Die nächsten Wochen will das junge Elternpaar deshalb auch im Haus der Middletons im ländlichen Bucklebury verbringen.

Michael und Carole Middleton (Bildquelle: REUTERS)
galerie

William mag die ländliche Lebensweise seiner Schwiegereltern Michael und Carole Middleton.

Prinz William und Kate Middleton (Bildquelle: dapd)
galerie

Er und Kate wollen ihr Kind möglichst normal aufziehen - soweit ihnen das möglich ist.

Der erste Thronfolger im Internetzeitalter

Doch die Königshaus-Spezialistin Junor, die mehrere Bücher über die königliche Familie geschrieben hat, verweist darauf, dass das Baby der erste Thronfolger ist, der im Internetzeitalter aufwächst. Nahezu jeder habe heute ein Handy mit einer Kamera und Zugang zum Internet. Und das sei gefährlich, weil damit private Ereignisse durch das Internet öffentlich werden können.

"Intime Fotos, private Momente können plötzlich öffentlich werden, weltweit. Und dann wird William als Vater nachdenken, ob er sein Kind wirklich ein so normales Leben führen lassen kann, wie er es eigentlich gerne möchte." Es werde von den Medien und der Öffentlichkeit abhängen, wie weit der Thronfolger ein normales Leben führen kann, mahnt die Autorin.  

William und Kate wollen auch dadurch Normalität beweisen, indem sie zumindest zunächst auf ein Kindermädchen verzichten und ihren Sohn selbst aufziehen. Doch manche Beobachter zweifeln, ob sie das auf Dauer durchhalten können. Denn William wird bald immer mehr königliche Pflichten übernehmen müssen. Und dann könnte ein Kindermädchen zur Betreuung des kleinen Thronfolgers doch noch notwendig werden. 

Stand: 23.07.2013 13:23 Uhr

Darstellung: