Trauergottesdienst nach Zugunglück in Spanien

Zugunglück in Spanien

Trauergottesdienst am Unglücksort

Blumen vor der Kathedrale in Santiago de Compostela (Bildquelle: dpa)
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Trauer um die Opfer des Zugunglücks

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Spanien nach der Bahnkatastrophe von Santiago de Compostela der 79 Todesopfer gedacht. "Spanien und Galicien tragen Euch im Herzen", sagte der Erzbischof von Santiago, Julián Barrio, in der Kathedrale des Pilgerorts im Nordwesten des Landes.

An der Trauerfeier nahmen auch Ministerpräsident Mariano Rajoy, Kronprinz Felipe und Gattin Letizia sowie Königstochter Elena teil. Sie umarmten und trösteten Hinterbliebene und Freunde der Opfer. Hunderte Menschen verfolgten die Andacht in der Kathedrale sowie in der Nähe des Gebäudes, das über einer Grabstätte steht, die dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird und Ziel des Jakobsweges ist. Zum Zeichen der Trauer begannen die Glocken lange vor Beginn der Messe zu läuten.

Am Sonntag war die Zahl der Todesopfer auf 79 gestiegen, nachdem ein US-Bürger seinen Verletzungen erlegen war. 69 Verletzte werden am Wochenende in Krankenhäusern behandelt, 22 von ihnen sind in einem ernsten Zustand.

Trauergottesdienst am Unglücksort
morgenmagazin 07:30 Uhr, 30.07.2013, Tom Schneider, ARD Madrid

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Ermittlungen gegen Lokführer

Der Lokführer des verunglückten Schnellzuges muss sich wegen fahrlässiger Tötung in 79 Fällen vor Gericht verantworten. Das teilte der Untersuchungsrichter nach einer Vernehmung des Beschuldigten mit. Die Zeitung "El Pais" berichtete, der 52-Jährige habe eingeräumt, unvorsichtig gehandelt zu haben.

Den Ermittlungen zufolge fuhr der Schnellzug mit 223 Menschen an Bord doppelt so schnell wie erlaubt in eine Kurve nahe der Stadt Santiago de Compostela. Dort entgleiste er und stürzte um. Unklar ist bislang, ob technisches oder menschliches Versagen die Ursache war. Eine Untersuchung der Blackbox des Unglückszugs solle die Frage klären, warum der Lokführer nicht rechtzeitig bremsen konnte, sagte ein Gerichtsbeamter.

Ermittlungsrichter Luis Alaez entließ den Zugführer am späten Sonntagabend aus der Untersuchungshaft, ohne eine Kaution zu verlangen. In einer Mitteilung hieß es zur Begründung, es bestehe keine Fluchtgefahr und auch kein Risiko, dass der Verdächtige Beweismittel vernichten könnte. Garzón muss den Angaben zufolge einmal pro Woche vor Gericht erscheinen und darf Spanien nicht ohne Erlaubnis verlassen. Seine Zugführerlizenz musste der 52-Jährige nach der etwa zweistündigen Gerichtsanhörung vorläufig abgeben. Der Lokführer war zuvor in einer Klinik behandelt worden.

Francisco José Garzón (Bildquelle: dpa)
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Der Lokführer des Unglückszuges von Santiago de Compostela verlässt das Gerichtsgebäude.

Stand: 29.07.2013 21:53 Uhr

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