Spanische Behörden: Lokführer bremste zu spät

Spanische Behörden zum Zugunglück

Lokführer bremste offenbar zu spät

Spanischen Medien zufolge macht die Eisenbahninfrastruktur-Behörde Adif den Führer des Unglückszuges für die Tragödie mit 78 Toten verantwortlich. Der Lokführer hätte den Bremsvorgang gemäß den Sicherheitsvorschriften schon vier Kilometer vor der Unglücksstelle bei Santiago de Compostela beginnen müssen, erklärte Adif-Präsident Gonzalo Ferre in Madrid.

Alle Sicherheitssysteme hätten funktioniert, aber selbst für den Fall eines Systemversagens verfüge der Lokführer über einen genauen Plan mit allen Anweisungen, betonte der Behördenchef. Im Gespräch mit der spanischen Nachrichtenagentur EFE fügte Ferre noch an: "Das ist ja die Aufgabe des Lokführers: die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Sonst wäre er Passagier."

Spanischer Lokführer wegen Fahrlässigkeit festgenommen
tagesschau 20:00 Uhr, 26.07.2013, Stefan Schaaf, ARD Madrid zzt. Santiago de Compostela

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Lokführer im Krankenhaus festgenommen

Der Lokführer hat bei einer ersten Befragung durch Ermittler die Aussage verweigert. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge raste der Unglückszug vier Kilometer vor der Einfahrt in Santiago mit rund 190 Kilometern pro Stunde in eine Kurve, in der höchstens Tempo 80 erlaubt war. Der erfahrene Eisenbahner wurde noch im Krankenhaus unter dem Vorwurf der Fahrlässigkeit festgenommen und soll nun als Beschuldigter vor dem Untersuchungsrichter aussagen.

Der Polizeichef der Region Galicien, Jaime Iglesias, erklärte, dass der Lokführer "einer Straftat in Zusammenhang mit dem Unglück" beschuldigt wird. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der Blackbox des Zuges, die laut Gerichtsangaben inzwischen gesichert wurde.

Audio

Nach Zugunglück: Lokführer schweigt

S. Heberer, ARD Madrid
27.07.13 05:33 | audio

Stand: 26.07.2013 20:15 Uhr

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