Ermittlungen nach Zugunglück in Spanien Polizei nimmt Lokführer fest

Stand: 26.07.2013 14:39 Uhr

Zwei Tage nach dem verheerenden Zugunglück in Spanien rückt der Lokführer in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Polizei nahm ihn in Gewahrsam und will ihn im Laufe des Tages vernehmen. Der Polizeichef der Region Galicien, Jaime Iglesias, erklärte, dass der Lokführer "einer Straftat in Zusammenhang mit dem Unglück" beschuldigt wird. Dieser hatte die Katastrophe mit leichten Verletzungen überlebt und war zunächst unter Polizeibewachung im Krankenhaus behandelt worden.

Bei der Katastrophe in der Nähe von Santiago de Compostela starben nach neuesten Behördenangaben 78 Menschen. Bislang war von 80 Todesopfern die Rede gewesen. Der Unterschied wurde mit einer neuen Zuordnung der geborgenen Leichenteile durch die Gerichtsmedizin begründet.

Spanischer Lokführer wegen Fahrlässigkeit festgenommen
tagesschau 17:00 Uhr, 26.07.2013, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Blackbox geborgen

Als wahrscheinliche Unglücksursache gilt überhöhtes Tempo. Der Zug soll 190 Kilometer pro Stunden gefahren sein, als er entgleiste. An der Unglücksstelle waren aber nur 80 Kilometer pro Stunde erlaubt. Die Ermittler erhoffen sich wichtige Informationen aus der Blackbox des Zuges, die laut Gerichtsangaben inzwischen gesichert wurde.

Warum der Zug zu schnell fuhrt, ist unklar. Neben dem Verhalten des Lokführers untersuchten die Ermittler laut der Zeitung "El País" auch mögliche Mängel am Bremssystem. Der Zug habe zu spät gebremst. Das automatische Überwachungssystem der Bahn habe zwar Alarm geschlagen, weil der Zug zu schnell unterwegs gewesen sei, schrieb die Zeitung. Der Lokführer habe versucht zu bremsen, habe die Tragödie aber nicht verhindern können. Die Bahngesellschaft Renfe hatte ein technisches Versagen an dem Zug ausgeschlossen.

Lokführer gesteht überhöhte Geschwindigkeit
S. Heberer, ARD Madrid
26.07.2013 17:21 Uhr

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