Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa

Manipulationsvorwürfe im US-Wahlkampf Zuckerberg will nicht schuld an Trump-Sieg sein

Stand: 11.11.2016 16:30 Uhr

Facebook-Chef Zuckerberg hat Vorwürfe zurückgewiesen, Falschmeldungen bei Facebook hätten zum Sieg von Donald Trump beigetragen. Auch bestritt er, dass Nutzer durch Software-Algorithmen nur Nachrichten zu sehen bekommen, die ihrer Weltsicht entsprechen.

Weit verbreitete Falschmeldungen beim Online-Netzwerk Facebook haben nach Meinung seines Chefs Mark Zuckerberg nicht zum Sieg von Donald Trump bei der US-Wahl beigetragen. "Ich persönlich halte es für eine ziemlich verrückte Idee, dass falsche News auf Facebook, die nur einen sehr geringen Anteil der Inhalte ausmachen, die Wahl auf irgendeine Weise beeinflusst haben könnten", sagte Zuckerberg bei einem Auftritt auf der Konferenz "Techonomy" in Kalifornien. Die Wähler entschieden vielmehr auf Grundlage ihrer Lebenserfahrung.

Facebook war im Wahlkampf vorgeworfen worden, zu wenig gegen die Ausbreitung gefälschter Nachrichten-Artikel unternommen zu haben. So hieß es zum Beispiel fälschlicherweise, der Papst habe die Kandidatur von Trump unterstützt. Der scheidende US-Präsident Barack Obama hatte kurz vor der Wahl gesagt: "Wenn etwas in sozialen Netzwerken kursiert, glauben die Menschen daran." Andererseits war Facebook im Wahlkampf vorgeworfen worden, Mitarbeiter hätten in den Nachrichten-Trends in den USA Berichte über konservative Politiker unterdrückt.

Keine Filterblase?

Zuckerberg bestritt auch, dass sich im Newsfeed des Online-Netzwerks eine sogenannte Filterblase bilde, in der den Nutzern durch Software-Algorithmen vor allem Nachrichten angezeigt werden, die zu ihren Ansichten passen und diese damit nur verfestigen. So habe eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie von Facebook gezeigt, dass sich die angezeigten Nachrichten für Liberale und Konservative nur geringfügig unterschieden.

Es habe sich allerdings auch gezeigt, dass die Nutzer seltener auf Überschriften klicken, die nicht mit ihrer Meinung übereinstimmen. Man neige dazu, Dinge auszublenden, die nicht der eigenen Weltsicht entsprächen, sagte Zuckerberg. "Ich weiß nicht, was man dagegen unternehmen kann."

Der für Produktmanagement zuständige Facebook-Manager Adam Mosseri räumte zudem ein, es müsse mehr unternehmen werden, um gefälschte Nachrichten zu entdecken und herauszufiltern. Facebook habe zwar jetzt schon Verfahren, um Falschmeldungen zu erkennen. "Trotz dieser Anstrengungen ist uns bewusst, dass wir so viel mehr machen müssen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. November 2016 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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