Facebook-Chef reagiert auf Enthüllungen Zuckerberg kritisiert NSA-Spionage

Stand: 25.11.2013 16:32 Uhr

Facebook-Chef Zuckerberg galt bislang nicht als Kämpfer für den Schutz der Privatsphäre, im Gegenteil. An der Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA äußerte er nun aber scharfe Kritik. Die Datensammelei gehe entschieden zu weit, erklärte er.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Facebook-Chef Mark Zuckerberg äußerte zwar Verständnis dafür, dass die US-Regierung die Bürger vor Terrorgefahren schützen will. Zwischen Überwachung und dem Recht auf Privatsphäre müsse aber die Balance gewahrt bleiben. Die Programme der Regierung gingen zu weit und seien noch dazu intransparent, kritisierte Zuckerberg im US-Sender ABC: "Die Regierung hat es wirklich vergeigt. Und in mancherlei Hinsicht vergeigt sie es weiter. Ich hoffe, dass sie transparenter wird."

Marc Zuckerberg (Bildquelle: picture alliance / abaca)
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Facebook-Chef Zuckerberg gehen die US-Spionageprogramme zu weit. "Die Regierung hat es vergeigt", erklärte er.

Gemeinsam mit anderen amerikanischen Internetfirmen fordert Facebook wesentliche Verbesserungen zum Schutz der Privatsphäre und eine bessere Aufsicht über die NSA-Programme. Facebook, Google, Apple und Co. sehen sich ebenfalls als Opfer der NSA, seit bekannt wurde, dass der US-Geheimdienst heimlich interne Verbindungen zwischen Datenzentren der Konzerne anzapft.

Enthüllungen für Facebook geschäftsschädigend

Bisher war Zuckerberg nicht unbedingt als Kämpfer für den Schutz der Privatsphäre bekannt. Im Gegenteil: Facebook wurde oft für seinen zu laxen Umgang mit Nutzerdaten kritisiert. Doch die NSA-Enthüllungen sind für das soziale Netzwerk geschäftsschädigend: 80 Prozent aller Facebook-Kunden leben außerhalb Amerikas. Und gerade in wichtigen Zukunftsmärkten wie Lateinamerika und Asien ist die Empörung der Nutzer besonders groß.

Facebook-Gründer kritisiert NSA-Programme
M. Ganslmeier, NDR Washington
25.11.2013 16:09 Uhr

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Dass Facebook der NSA direkten Zugang auf seine Nutzerdaten gibt, hat Zuckerberg stets energisch bestritten. Allerdings sei man in bestimmten Fällen zur Herausgabe von Daten gezwungen worden. Darüber müsse die Bevölkerung endlich transparent informiert werden, fordert Zuckerberg. Deshalb habe sich Facebook im September einer Klage von Google und Microsoft gegen die US-Regierung angeschlossen.

Dieser Beitrag lief am 25. November 2013 um 17:33 Uhr auf InfoRadio.

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