Marc Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla und ihrer Tochter Max | Bildquelle: dpa

Zuckerberg will sein Vermögen spenden 42 Milliarden Euro für eine bessere Welt

Stand: 02.12.2015 12:07 Uhr

Anlässlich der Geburt seines ersten Kindes hat Facebook-Chef Zuckerberg angekündigt, fast alle seine Anteile an dem Internetkonzern noch zu Lebzeiten zu spenden. Nach derzeitigem Aktienkurs wären das rund 42,5 Milliarden Euro.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio New York

Es ist ein langer Brief, den die frischgebackenen Eltern Mark Zuckerberg und Priscilla Chan ihrer kleinen Tochter Max geschrieben und auf Facebook veröffentlicht haben. Wer wenig Zeit hat, kann sich aber auch ein zwei Minuten kurzes Video anschauen - aufgenommen vor wenigen Wochen.

Da gehen die beiden, Hand in Hand, fröhlich lachend spazieren und erklären dann, ganz locker auf einem Sofa sitzend und unterlegt mit Musik, was sie zu ihrem Schritt bewegt hat. Zuckerberg sagt, als neue Eltern hätten sie darüber nachgedacht, wie man die Welt besser machen könne - nicht nur für ihre Tochter, sondern für deren ganze Generation. 99 Prozent ihrer Facebook-Aktien wollen die beiden darum noch zu Lebzeiten für wohltätige Zwecke spenden. Nach aktuellem Kurs geht es um umgerechnet rund 42,5 Milliarden Euro.

Zuckerbergs gründen Stiftung
tagesschau 17:00 Uhr, 02.12.2015, Ina Ruck, ARD Washington

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Wie einst Bill Gates

Die Entscheidung für die Spende sei ihnen "leicht gefallen", sagt die ausgebildete Kinderärztin Priscilla Chan. Das Ganze funktioniert natürlich auch als groß angelegte Imagekampagne, um den nicht besonders menschenfreundlichen Ruf der Firma Facebook aufzubessern - aber das wäre sicher billiger zu haben gewesen als für 42,5 Milliarden Euro.

Klar ist: Die beiden wollen nicht einfach nur Gutes tun, sondern auch selbst bestimmen, wofür das Geld eingesetzt wird. Sie haben dazu eigens eine Stiftung gegründet, die nach ihnen benannte "Chan Zuckerberg Initiative". Sie hat das Ziel, für mehr Chancengleichheit bei Kindern in aller Welt zu sorgen und soll dazu Bildungsprogramme unterstützen, aber auch medizinische Forschung im Kampf gegen Krankheiten fördern.

Das Ganze erinnert an die "Bill and Melinda Gates Foundation" - die Stiftung, die der Microsoft-Gründer Bill Gates vor 15 Jahren gründete. Da war er aber bei Microsoft schon auf dem Weg nach draußen. Zuckerberg schreibt dagegen, er werde Facebook "noch viele, viele Jahre" weiterführen. Seine Aktien will er nach und nach abstoßen.

Unter den mehr als 60.000 Facebook-Nutzern, die die Ankündigung von Mark Zuckerberg und seiner Frau Priscilla Chan kommentiert haben, sind natürlich auch einige Prominente.  Shakira schrieb: Die kleine Max habe großes Glück, Eltern mit so viel Hingabe und Anstand zu haben. Melinda Gates bemerkte: Das erste Wort, dass ihr in den Sinn komme, sei: Wow! Das Beispiel der beiden sei eine Inspiration für die Welt.

Geteilte Meinung bei Kommentatoren

Die Kommentatoren in den US-Medien sind durchaus geteilter Meinung: Einige loben die Entscheidung, andere rechnen vor, wie viele Steuern Zuckerberg in den nächsten Jahren sparen wird: Mit jeder Milliarde, die er spendet, entgehen dem amerikanischen Staat demnach 330 Millionen Dollar an Steuern, die dann natürlich auch nicht der Allgemeinheit zu Gute kommen. Manche sehen darin ein weiteres Beispiel für die Privatisierung der Mildtätigkeit - nicht der Staat, sondern Zuckerberg und seine Frau entscheiden, was sie fördern und was nicht.

Facebook-Sprecherin: "Weder Stiftung noch gänzlich gemeinnützig"

Zuckerberg und Chan wollen ihre Initiative als Gesellschaft mit beschränkter Haftung organisieren und nicht als Non-Profit-Organisation. Sie wollten das Größtmaß an Flexibilität und würden ihre Mission mit einer großen Bandbreite an Aktivitäten erfüllen, teilte Facebook-Sprecherin Rachael Horwitz mit. "Auf diese Weise ist das weder eine Stiftung noch gänzlich gemeinnützig."

Jetzt nimmt er erst mal Elternzeit

Der Wirtschaftsjournalist Paul La Monica sagte beim US-Sender CNN, die Großspende zeige, wie Zuckerberg seine Rolle als Unternehmer verstehe: "Er möchte ganz offensichtlich nicht den Weg der alten Wirtschaftsmogule einschlagen und sieht seine Tochter nicht als Erbin seiner Firma und Nachfolgerin auf dem Chefsessel mit einem riesigen Aktienpaket im Rücken. Er will nicht, dass seine Tochter und vielleicht auch weitere Kinder das Luxusleben führen wie so viele gerade im Silicon Valley."

Zuckerberg will 99 Prozent seiner Aktien spenden
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
02.12.2015 02:49 Uhr

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Mit 30 Jahren hat Zuckerberg als Unternehmer mehr erreicht als andere in einem ganzen Berufsleben. Nun treiben ihn ganz offensichtlich andere Ziele an. So nimmt er nach der Geburt seiner Tocher zwei Monate Elternzeit. In der schnelllebigen Leistungsgesellschaft des Silicon Valley ist er damit - noch - eine Ausnahme.

Marc Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla und ihrer Tochter Max | Bildquelle: dpa
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Geht erst mal zwei Monate in Elternzeit: Marc Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla und Tochter Max.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2015 um 12:00 Uhr.

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